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Mehr als 20 Tote in Kalifornien Kein Ende des Feuersturms in Sicht

Fast 300 Vermisste, mehr als 20 bestätigte Todesfälle und kein Nachlassen der 22 Brände im US-Bundesstaat Kalifornien: Die Feuerwehr erwartet sogar eine Verschlechterung der Lage. 3500 Häuser sind zerstört, Überlebende verzweifelt.

Mehr als 20 Menschen sind durch die Waldbrände in Kalifornien bereits ums Leben gekommen, doch das Schlimmste ist noch nicht vorüber. Der Kampf gegen die derzeit 22 Großbrände werde noch viele Tage weiter gehen, erklärte die kalifornische Wald- und Feuerschutzbehörde. Fast 70.000 Hektar Land und Tausende Häuser wurden bereits zerstört. Mehrere US-Bundesstaaten schickten Löschflugzeuge und Einsatzkräfte zur Unterstützung.

Die Lage in den Gebieten nördlich von San Francisco werde sich "weiter verschlimmern, bevor es besser wird", sagte der Leiter der kalifornischen Wald- und Feuerschutzbehörde, Ken Pimlott, vor Journalisten. Der Kampf gegen das Feuer werde noch lange dauern. Auch die Zahl der Todesopfer drohe weiter zu steigen.

Viele Menschen haben alles verloren.

Viele Menschen haben alles verloren.

(Foto: AP)

Jüngsten Behördenangaben zufolge kamen mindestens 23 Menschen ums Leben. Allein 13 Menschen sind in dem sogenannten Tubbs-Feuer im Bezirk Sonoma County ums Leben gekommen. Unter den Opfern ist auch eine 27-jährige Frau, die im Rollstuhl saß, wie der "San Francisco Chronicle" berichtete. Ihr Haus in Santa Rosa war in dem Inferno in der Nacht zum Montag abgebrannt.

Sechs Menschen starben im Bezirk Mendocino. Jeweils zwei Todesopfer gab es demnach in den Bezirken Napa und Yuba. Damit gehören die derzeitigen Brände zu den tödlichsten in der Geschichte Kaliforniens.

Bangen um das eigene Heim

Im ganzen Bezirk Sonoma seien mittlerweile gut die Hälfte der 600 Vermissten gefunden worden, sagte Sheriff Robert Giordano. 285 Menschen würden nach wie vor vermisst. Durch die Waldbrände wurden laut Schätzungen der Feuerwehr seit Sonntag rund 3500 Gebäude zerstört. 25.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen, etwa 5000 von ihnen kamen in Notunterkünften unter.

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Der 53-jährige Bob Nelson sagte, er habe sein Haus Sonntagnacht verlassen müssen. Zwischenzeitlich habe er zurückkehren können und sein Haus sei unbeschadet gewesen. "Aber dann wurden wir erneut evakuiert", sagte er. Nun wisse er nicht, ob sein Haus noch stehe. In der 175.000-Einwohner-Stadt Santa Rosa brannten ganze Straßenzüge nieder. "Ich hatte die Hoffnung, dass mein Haus es überlebt hat, aber...", sagte der 63-jährige Michael Desmond unter Tränen vor seinem zu Asche zerfallenen Häuschen.

Trump erklärt Katastrophenfall

Die Ausweitung der Brände wurde durch starke Winde und eine Luftfeuchtigkeit von gerade einmal acht Prozent begünstigt. "Wir haben immer noch die Auswirkungen von fünf Jahren Dürre", führte Cal Fire-Chef Ken Pimlott weiter aus. Die ausgedörrten Pflanzen seien im wahrsten Sinne des Wortes "explosiv". Die Brände breiteten sich daher viel schneller aus, als die Feuerwehr vorwärts komme.

Etwa 8000 Feuerwehrleute sowie 73 Löschhubschrauber und 30 Löschflugzeuge waren im Einsatz. Aus den benachbarten Staaten seien zur Unterstützung insgesamt 170 Löschmaschinen angefordert worden und aus dem Rest des Landes 154 weitere, sagte Pimlott.

Die kalifornische Nationalgarde entsandte 700 Soldaten zur Unterstützung der Einsatzkräfte, bis Donnerstag sollten 1800 weitere eintreffen. Kaliforniens Gouverneur Jerry Brown hatte wegen der Brände den Notstand für acht Bezirke ausgerufen. US-Präsident Donald Trump erklärte seinerseits den Katastrophenfall, um Bundesmittel für die betroffene Region freizugeben.

Quelle: n-tv.de , shu/AFP/dpa

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