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Schnäppchen mit Gruselfaktor Höxter-Haus wurde verkauft

Das Haus war vermüllt und heruntergekommen.

Das Haus war vermüllt und heruntergekommen.

(Foto: dpa)

Jahrelang foltern Wilfried und Angelika W. in einem Haus in Höxter-Bosseborn Frauen. Als ihre Taten ans Licht kommen, droht der verfallenen Immobilie mit der schrecklichen Geschichte der Abriss. Doch nun findet sich ein Käufer.

Das Haus, in dem in Höxter-Bosseborn mehrere Frauen gequält wurden, hat einen neuen Besitzer. Das berichtet das "Westfalenblatt". Ein Handwerker aus der Umgebung habe die Immobilie für einen niedrigen vierstelligen Preis erworben.

Wilfried und Angelika W., die das Haus 2010 gemietet hatten, stehen derzeit wegen ihrer Taten vor Gericht. In dem kleinen Einfamilienhaus mit einer angrenzenden Scheune hatte das Paar zwei Frauen so schwer misshandelt, dass sie 2014 und 2016 starben. Der Todesfall im vergangenen Jahr hatte zur Aufdeckung der Grausamkeiten geführt. Die 48-Jährige und ihr 46-jähriger Ex-Mann hatten die Frauen in das Haus gelockt und dort festgehalten.

Der neue Eigentümer wolle das Haus im Saatweg Nr. 6 sanieren und vermieten oder selbst einziehen. Die Scheune will er demnach für seinen Handwerksbetrieb nutzen. Der "Bild"-Zeitung zufolge handelt es sich um einen Dachdecker. Die bisherigen Eigentümer hatten zunächst angekündigt, das Haus abreißen zu wollen.

Im Zuge der Ermittlungen war das Haus wochenlang von der Polizei auf Spuren hin untersucht worden. Medienberichten zufolge waren die Räume kalt und zugemüllt, die Tapete habe sich von den feuchten Wänden gelöst. Das Badezimmer, in dem das erste Opfer Annika W. angekettet wurde, war zugemauert. Den Ermittlungen zufolge war die Frau zudem nach ihrem Tod zunächst tiefgefroren, später zerteilt und im Ofen des Hauses verbrannt worden.

Die Staatsanwaltschaft Paderborn hat das Paar wegen zweifachen Mordes und Körperverletzung in bis zu 30 Fällen angeklagt. Im Frühjahr sollen die Urteile gesprochen werden.

Quelle: n-tv.de , sba

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