Panorama

Besonders in Baden-Württemberg Fälle von Hantavirus nehmen rasant zu

Ist sie einmal mit dem Hantavirus infiziert, bleibt sie ihr Leben lang ansteckend: die Rötelmaus.

Ist sie einmal mit dem Hantavirus infiziert, bleibt sie ihr Leben lang ansteckend: die Rötelmaus.

(Foto: imago/Reiner Bernhardt)

Rötelmäuse sind die Überträger des Hantavirus, aber man muss mit den Tieren gar nicht in Berührung kommen, um sich anzustecken. Es reicht, erregerhaltigen Staub einzuatmen. Die Folgen können fatal sein.

Vor allem im Südwesten Deutschlands grassieren derzeit Infektionen mit dem Hantavirus. Seit Beginn des Jahres wurden dem Landesgesundheitsamt 464 Erkrankungen gemeldet, wie das baden-württembergische Gesundheitsministerium in Stuttgart mitteilt. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es noch 22 Fälle. Damit zeichne sich ab, dass 2017 ein "Hantajahr" werde, sagte Gesundheitsminister Manne Lucha.

Bundesweit wurden dem Robert-Koch-Institut bis vergangenen Mittwoch 672 Fälle gemeldet. Im selben Zeitraum des Vorjahres waren es lediglich 64 Fälle. Das Hantavirus wird von Nagetieren wie der Rötelmaus übertragen und verursacht bei Menschen eine grippeähnliche Krankheit. Auch Blutdruckabfall, Nierenfunktionsstörungen und sogar Nierenversagen können die Folge sein.

Baden-Württemberg gehört den Angaben zufolge zu den Hauptverbreitungsgebieten in Deutschland. Grund für die vielen Fälle ist laut Ministerium ein starkes Vorkommen von Bucheckern im vergangenen Jahr. Sie sind die Hauptnahrungsquelle der Rötelmaus, deren Population durch die gute Futtersituation stark gestiegen ist. Dadurch breitet sich demnach auch das Virus aus.

Mit Mundschutz und Handschuhen

Menschen können mit erregerhaltigem Staub in Berührung kommen, wenn sie beispielsweise Holzstapel umschichten oder auf Dachböden, in Kellern oder in Garagen umräumen. Um sich vor einer Infektion mit dem Hantavirus zu schützen, sollte man daher bei Arbeiten in Kellern und Garagen, in Gärten, Ställen oder Scheunen sowie auf Dachböden stets einen Mundschutz und Handschuhe tragen. Bei Reinigungs- oder Aufräumarbeiten wird zunächst ein gründliches Lüften empfohlen. Statt zu staubsaugen, sollte man lieber nass wischen. Zu einem gründlichen Händewaschen nach den Reinigungsarbeiten wird dringend geraten. Alle Nahrungsmittel, die man in Räumen aufbewahrt, zu denen sich Nager Zugang verschaffen könnten, sollten in Behältern aufbewahrt werden.

Treten dennoch typische Symptome auf, sollten sich Betroffene an ihren Hausarzt wenden. Dieser kann gegebenenfalls über das Blutbild eine Erkrankung mit dem Hantaerreger erkennen. Die Krankheit selbst kann nicht medikamentös therapiert werden, aber die Symptome können gelindert werden. An einer Impfung gegen Hantaviren wird derzeit geforscht. Das Robert-Koch-Institut stellt ein Merkblatt mit Informationen zur Vermeidung von Hantavirus-Infektionen zur Verfügung.

Quelle: n-tv.de , asc/dpa

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