Panorama

Fünf Menschen in Auto zermalmt Ermittlungen zu Horrorunfall dauern länger

Ein junges Elternpaar, ein Kleinkind, ein Neugeborenes und eine 17-Jährige sterben, als ein tonnenschwerer Mülllaster bei Nagold auf ihr Auto kippt. Ein "technischer Defekt" ist als Erklärung unbefriedigend - ein Spezialist soll Antworten finden.

Die Suche nach der Ursache für den Müllwagenunfall mit fünf Toten in Nagold wird der Polizei zufolge länger dauern. Sie hat das 26 Tonnen schwere Müllfahrzeug und das Autowrack beschlagnahmt und einen Spezialisten beauftragt, das Unglück im Kreis Calw in Baden-Württemberg aufzuklären.

"So etwas braucht Zeit", sagte ein Sprecher der Polizei. "Der ganze Lastwagen muss unter die Lupe genommen werden." Ein Spezialist sei beauftragt worden, ein Gutachten zu dem Unglück zu erstellen. Mit Ergebnissen rechnen die Beamten erst im Laufe der kommenden Woche.

Die Bergung der Opfer war auch für die Helfer enorm belastend.

Die Bergung der Opfer war auch für die Helfer enorm belastend.

(Foto: imago/7aktuell)

Bis jetzt heißt es bei der Polizei, dass ein technischer Defekt zu dem Unfall geführt habe. Der 26-Tonner habe aus zunächst unbekannter Ursache von einem Industriegebiet kommend beim Abbiegen beschleunigt und sei dann auf der abschüssigen Straße umgekippt. In dem im Kreis Konstanz zugelassenen Auto saßen die 25 Jahre alte Fahrerin und ihr 22 Jahre alter Lebensgefährte, die zwei Jahre alte Tochter und der nur wenige Wochen alte Sohn sowie die 17 Jahre alte Schwester der Fahrerin. Alle Fünf hatten keine Chance. Den Rettern bot sich ein "Bild des Grauens".

Unternehmen bittet um Ruhe

Das Müllfahrzeug fuhr im Auftrag der Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises. Der Geschäftsführer des Unternehmens, das die Fahrzeuge zur Verfügung stellt und wartet, Ekkehard Häberle, sagte, der Lastwagen sei erst im März beim Tüv gewesen. Die nächste Untersuchung in einer Werkstatt war planmäßig für den September anvisiert. Es habe nie Probleme mit diesem Fahrzeug gegeben.

Auf der Homepage des Unternehmens wurde eine Pressemitteilung veröffentlicht. "Unser Müllfahrzeug (...) fuhr am 11.08.2017 um 7.00 Uhr vom Betriebshof in Bad Liebenzell los. Das Fahrzeug war mit 2 Fahrern besetzt. Es hatte folgenden Auftrag: Anfahren von 18 Ladestellen zum Abholen von Altholz, verteilt im ganzen Landkreis Calw. Bis zum Unfallzeitpunkt wurden 15 Ladestellen abgefahren. Es gab keinerlei Beanstandungen und Auffälligkeiten am Fahrzeug (...) Von einem angeblichen technischen Defekt ist uns nur aus der Presse bekannt. Wir bitten von weiteren Anfragen per Telefon Abstand zu nehmen, da auch wir von dem tragischen Unglück sehr mitgenommen sind. Unsere Gedanken sind bei den Hinterbliebenen."

Der 54 Jahre alte Fahrer des Lastwagens und dessen 26 Jahre alter Beifahrer wurden bei dem Unfall leicht verletzt. Der Fahrer erlitt einen schweren Schock. Beide kamen vorsorglich in ein Krankenhaus.

Quelle: n-tv.de , nsc/dpa

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