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"Das Ding voll verschlafen" Diebe brechen in Polizeipräsidium ein

Peinlicher Vorfall: Die Diebe stahlen nur wenige Meter von den Büros entfernt Militaria.

Peinlicher Vorfall: Die Diebe stahlen nur wenige Meter von den Büros entfernt Militaria.

(Foto: imago stock&people)

Das Polizeipräsidium in Berlin wird am Wochenende Ziel von Dieben - und behält das zunächst für sich. Die Täter erbeuten Teile der Polizeihistorischen Sammlung. Besonders brisant: Nur wenige Meter entfernt befinden sich die Büros des Staatsschutzes.

Einbrecher haben sich in Berlin ausgerechnet das Polizeipräsidium in Tempelhof als Tatort ausgesucht. Sie stahlen Militaria wie Orden und Anstecker aus der Polizeihistorischen Sammlung, wie Polizeisprecher Winfried Wenzel sagte. "Zum Charakter der Tat kann ich nichts sagen", so Wetzel. Die gestohlenen Objekte hätten keinen besonderen Wert. Die wenigen umgebauten Waffen in der Sammlung seien weiter vollständig.

Wie die "Welt" berichtet, sollen die Täter über den Hof in das Polizeigebäude eingedrungen sein. Dort sei zuvor ein Gitter herausgesägt worden. Die Diebe seien zwischen Freitag nach Dienstschluss und Montagmorgen eingebrochen, hieß es auf Nachfrage. Offenbar verschafften sie sich Zugang über ein Baugerüst.

Wenzel verwies darauf, dass für die Sicherung öffentlicher Gebäude in Berlin private Sicherheitsfirmen zuständig seien. "Ich möchte da niemandem den schwarzen Peter zuschieben." Klar sei aber, dass Baugerüste an einem Gebäude immer die Einbruchsgefahr erhöhten. Wenzel kündigte an, die Sicherung des Präsidiums würde noch einmal überprüft. "Mögliche Schwachstellen werden genau zu betrachten sein."

Wenige Meter von Büros entfernt

Die Zeitung "Die Welt" mutmaßte, dass der Einbruch verheimlicht werden sollte, weil er der Behörde peinlich ist. Kopfschütteln habe der Vorfall auch deshalb verursacht, weil sich die Eindringlinge nur wenige Schritte von den Büros des polizeilichen Staatsschutzes bewegt hätten.

Das Blatt zitiert einen ranghohen Beamten mit den Worten: "Wenn jemand hier einen Anschlag plant, rennt er durch, und keiner der dort angestellten wäre fähig, es zu verhindern". Eine unmittelbare Gefahr eines Einbruchs in die Büros des Staatsschutzes bestritt Wenzel aber. "Die Räumlichkeiten liegen ein ganzes Stück getrennt und sind nochmal gesichert", sagte er.

In ihren Social-Media-Kanälen übte sich die Polizei in Humor und meldete den Einbruch auf Twitter und Facebook mit der Überschrift "Das Ding haben wir voll verschlafen". Weiter hieß es auf Facebook: "Wir sind uns darüber bewusst, dass der Vorfall sehr kritisch zu bewerten ist, daher werden wir bei unserem Einbruchsberatungsladen (Luftlinie circa 80 Meter) mal einen Termin beantragen."

Quelle: n-tv.de , fhe/jug/dpa/AFP

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