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Vergewaltigungsopfer in Indien 13-Jährige entbindet - Baby stirbt

Nach UN-Angaben aus dem Jahr 2014 ist jedes dritte Vergewaltigungsopfer in Indien ein Kind.

Nach UN-Angaben aus dem Jahr 2014 ist jedes dritte Vergewaltigungsopfer in Indien ein Kind.

(Foto: REUTERS)

Nachdem die Richter eine Abtreibung eines Vergewaltigungsopfers doch zulassen, beschließen die Ärzte, das Leben des Babys zu bewahren. Sie holen den Jungen per Kaiserschnitt zur Welt. Doch das Neugeborene ist zu schwach, Herz und Lunge unterentwickelt.

Zwei Tage nach der Geburt ist das Baby eines 13-jährigen Vergewaltigungsopfers in Indien gestorben. Das Oberste Gericht des Landes hatte dem Mädchen erst am vergangenen Mittwoch eine Abtreibung erlaubt, obwohl es bereits in der 31. Woche schwanger war. Das indische Gesetz erlaubt Abtreibungen nur bis zur 20. Woche. Die Richter verwiesen auf das Trauma, das das Mädchen durchlitten habe, und die Qualen, die es derzeit erleide.

Dennoch kam der Junge am Freitag in Mumbai per Kaiserschnitt zur Welt. Nach dem Urteil hatten die Ärzte beschlossen, das Leben des Ungeborenen zu bewahren. "Eine Schwangerschaft zu beenden - wie vom Obersten Gerichtshof gefordert - bedeutet, die Schwangerschaft nicht fortzusetzen, und nicht, den Fötus zu töten", sagte der behandelnde Arzt Nikhil Datar. Herz und Lunge waren aber unterentwickelt. Das Kind starb zwei Tage später, wie ein Sprecher des Krankenhauses nun mitteilte.

Medienberichten zufolge hatten das Mädchen und seine Familie zuletzt entschieden, das Kind doch zu behalten. Wegen der Gerichtsentscheidung musste demnach die Schwangerschaft aber abgebrochen werden. So wurde der Junge zu früh geboren. Die Eltern hatten laut Berichten von der Schwangerschaft erfahren, als das Mädchen wegen Fettleibigkeit untersucht wurde.

Ein Kollege des Vaters soll die 13-Jährige vergewaltigt haben. Er sitzt in Haft. In einem ähnlichen Fall hatte das Oberste Gericht im August einem zehnjährigen Vergewaltigungsopfer in der 32. Woche eine Abtreibung untersagt. Das Mädchen entband per Kaiserschnitt, seine Familie gab das Baby zur Adoption frei. In Indien wurden 2015 offiziellen Zahlen zufolge 10.854 Vergewaltigungsfälle registriert, bei denen die Opfer jünger als 18 Jahre waren. Aktivisten vermuten zudem eine hohe Dunkelziffer.

Quelle: n-tv.de , dsi/dpa

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