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Von Martin Morcinek

Flugzeugträger mit Kernreaktoren Trump besucht die "USS Gerald R. Ford"

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Ungewohnter Außentermin für Donald Trump: Der US-Präsident begibt sich auf Dienstreise an die Atlantikküste, um an Bord eines neuartigen Flugzeugträgers eine Rede zur geplanten Aufstockung der US-Militärausgaben zu halten.
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Die Präsidentenmaschine "Air Force One" bleibt auf der US-Luftwaffenbasis Andrews nahe Washington zurück: Per Hubschrauber reist Trump nach Virginia weiter, wo er Seeleute und Schiffbauer des im Bau befindlichen Supercarriers "USS Gerald R. Ford" treffen wird.
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Begleitet wird Trump unter anderem von US-Verteidigungsminister James Mattis (r.): Der Pentagon-Chef lässt sich die Besichtigung seines neuesten und modernsten Werkzeugs nicht entgehen.
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Das riesige Kriegsschiff liegt im Hafen von Newport News am Ufer des James River rund 200 Kilometer südlich der US-Hauptstadt.
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Der neue Flugzeugträger mit dem Navy-Kürzel CVN78 (nicht im Bild) ist das Typschiff der neuen Ford-Klasse, die das US-Militär fit für das 21. Jahrhundert machen soll.
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Für Präsident Trump ist das die Bühne, die er sich für seinen ersten großen Auftritt im März ausgesucht hat: Gespannt warten Arbeiter an Bord der "Ford" auf die Ankunft des neuen "Commander in Chief".
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Der Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte erreicht den Flugzeugträger mit dem Helikopter "Marine One".
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Die Landung auf dem Flugdeck wird per Videoleinwand ins Hangardeck im Bauch des Trägers übertragen.
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Durch einen Spalier aus Flugdeck-Spezialisten in ihrer typisch-bunten Dienstbekleidung ...
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... schreitet Donald Trump dem Kommandanten des neuen nukleargetriebenen Trägers entgegen.
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Mit militärischem Salut begrüßt Kapitän Richard "Rick" McCormack seinen neuen Chef.
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Trump hat sich für den Besuch bei der Navy für eine signalrote Kopfbedeckung mit der Aufschrift "USA" entschieden.
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Damit knüpft Trump an ein zentrales Symbol aus seinem Wahlkampf an.
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Knallrote Accessoires mit der Aufschrift "Make America Great Again" zählten zu den wichtigsten Erkennungszeichen seiner Kampagne.
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Die Offiziere an Bord der "USS Gerald R. Ford" halten jedoch ein anderes Outfit offenbar für angemessener.
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Für die Tour durchs Schiffsinnere statten sie den Präsidenten kurzerhand mit einer Bomberjacke in Olivgrün inklusive einer neuen Kopfbedeckung in dunklem Navy-Blau aus.
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"Sie haben mir diese schöne Jacke gegeben. (...) Und dann haben sie mir diese schöne Mütze gegeben", wird Trump später gleich zu Beginn seiner Rede sagen.
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"Ich habe keine Ahnung, wie es aussieht," ...
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... "aber ich denke, es sieht gut aus."
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Die eigens angefertigten Kleidungsstücke scheinen Donald Trump tatsächlich sehr gut zu gefallen.
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Frisch ausgestattet lauscht er den Ausführungen von Kapitän McCormack, der die technischen Finessen des nuklear angetriebenen Großkampfschiffs in aller Ausführlichkeit erläutert.
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Flugzeugträger bilden das Rückgrat der US-Seestreitkräfte: Die schwimmenden Flughäfen sind das wichtigste Instrument zur Wahrung US-amerikanischer Interessen in aller Welt (Archivbild).
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Derzeit verfügen die USA über zehn dieser kostspieligen Waffenplattformen: Im Hangardeck hängt ein Transparent, dass die "USS Gerald R. Ford" als "100.000 Tonnen Diplomatie" bezeichnet.
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Das ehrgeizige Rüstungsprojekt kommt den US-Steuerzahler teuer zu stehen: Die Gesamtkosten allein zum Bau der "Ford" liegen schon jetzt bei etwa 12,9 Milliarden Dollar - und damit deutlich über der ursprünglich veranschlagten Summe.
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Die Planungen zum Bau des neuen Trägers reichen zurück bis in die Amtszeit von George W. Bush. (Hier im Bild: Der damalige Vizepräsident Dick Cheney mit Susan Ford Bales, der Tochter des Ende 2006 verstorbenen Ex-Präsidenten Gerald R. Ford.
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Getauft wurde der Schiffsrumpf im Jahr 2006 von Doro Bush Koch, der Schwester des damals amtierenden US-Präsidenten 43. Bush (hier neben Vater und Amtsvorgänger George Bush senior, (2. v. l.).
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Gebaut wird das stählerne Ungetüm in den Huntington Ingalls Werften, die zum US-Rüstungskonzern Northrop Grumman gehören. Seit der Kiellegung im Jahr 2009 kam es zu mehreren Rückschlägen und Bauverzögerungen.
(Foto: U.S. Navy photo courtesy of Huntington Ingalls Industries, Inc.) 27 / 51

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Die US Navy will das Schiff noch in diesem Jahr in Dienst stellen. Derzeit liegt das Projekt fast zwei Jahre hinter dem Zeitplan.
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Im Inneren des rund 340 Meter langen und knapp 80 Meter breiten Großkampfschiffes verbergen sich zahlreiche technische Neuerungen.
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Neben den beiden Kernreaktoren, die das Schiff in der Spitze auf mehr als 30 Knoten beschleunigen sollen, setzt das Pentagon bei der USS Ford vor allem auf viel Elektronik und andere Hightech-Bauteile.
(Foto: Photo by Mass Communication Specialist 3rd Class Cathrine Mae O. Campbell) 30 / 51

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Anstelle der bisher verwendeten Dampfkatapulte sollen Kampfjets an Bord der Ford-Klasse (hier das in Bau befindliche Schwesterschiff "USS John F. Kennedy" in der Animation) zum Beispiel mithilfe ...
(Foto: U.S. Navy photo illustration courtesy of Newport News Shipbuilding) 31 / 51

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... elektromagnetischer Schienen auf Startgeschwindigkeit beschleunigt werden.
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Der Einsatz solcher Hightech-Systeme soll den Personalbedarf an Bord reduzieren - und damit die Einsatzzeit der teuren Schiffe auf hoher See verlängern.
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Benannt ist das Projekt CVN78 nach einem Amtsvorgänger von Donald Trump: Gerald R. Ford (1913 - 2006) ist der einzige US-Präsident, der nie von Wahlmännern gewählt wurde.
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Ford stieg zunächst unter Nixon zum Vizepräsidenten auf, nachdem der Posten vakant geworden war.
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Als Nixon im Zuge der Watergate-Affäre selbst zurücktreten musste, rückte Ford automatisch nach und wurde als 38. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt.
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Der riesige Schiffsneubau der "Ford" steht kurz vor der Fertigstellung: Noch im März 2017 will die US Navy mit den Testreihen zur Endabnahme beginnen.
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In drei Jahren soll mit der "USS John F. Kennedy" (CVN79) das zweite Schiff der Ford-Klasse folgen. (Computergrafik)
(Foto: U.S. Navy photo illustration courtesy of Newport News Shipbuilding) 38 / 51

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Für die "Ford" sollen die sogenannten Sea Trials, die Erprobung auf See, den aktuellen Planungen zufolge bereits im April beginnen.
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Wenn alles funktioniert, könnten die US-Admiräle den neusten Flugzeugträger der USA noch in diesem Jahr in den Einsatz schicken.
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Geduldig hört sich Trump die Ausführungen der Marineoffiziere an.
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Dann kann er endlich das tun, wofür er gekommen ist: Im Hangardeck tritt er vor die wartende Menge.
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Die von der Navy überreichte Kappe, die hinten die eingestickte Aufschrift POTUS (für: President of the United States) trägt, behält er dabei auf.
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Susan Ford, die Tochter des früheren Präsidenten Gerald R. Ford, hält eine kurze Ansprache zur Einführung.
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Dann ergreift Donald Trump das Wort: ...
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... Die Flotte müsse ausgebaut werden, sagt der 45. Präsident der USA. Die US Navy solle zwei zusätzliche Flugzeugträger bekommen.
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Insgesamt solle der Militärhaushalt um 54 Milliarden Dollar auf 603 Milliarden Dollar im Jahr erhöht werden.
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Dies sei nötig, um im Ausland Stärke zu zeigen, sagt der Präsident an Bord des atomar angetriebenen Flugzeugträgers.
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Kurz nach seiner Rede nutzt Trump einen der riesigen Lastenaufzüge, um zu seinem an Deck wartenden Helikopter zurückzukehren. Die Jacke und die Mütze, die er bei seinem Besuch an Bord geschenkt bekommen hat, behält er an.
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Trump trägt die Mütze auch nach der Landung auf der Luftwaffenbasis Edwards bei Washington, D.C.
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Im US-Kongress stoßen seine Rüstungspläne auf Widerstand. Der Betrieb und der Unterhalt der Trägerflotte - der mit großem Abstand umfangreichsten der Welt - verschlingt im Alltag enorme Summen.
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