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Israels Sechstagekrieg Eine Woche, die den Nahen Osten entzündete

Wer den Nahostkonflikt heute verstehen will, muss sich auf eine Zeitreise begeben: Vor 50 Jahren begann der Sechstagekrieg zwischen Israel und mehreren arabischen Staaten.

Wer den Nahostkonflikt heute verstehen will, muss sich auf eine Zeitreise begeben: Vor 50 Jahren begann der Sechstagekrieg zwischen Israel und mehreren arabischen Staaten.
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Wer den Nahostkonflikt heute verstehen will, muss sich auf eine Zeitreise begeben: Vor 50 Jahren begann der Sechstagekrieg zwischen Israel und mehreren arabischen Staaten.

Der Krieg, der nach sechs heißen Juni-Tagen endete, bildet den Grundstein für Israels Siedlungspolitik und damit den Herd ständig neu aufflammender Auseinandersetzungen.
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Der Krieg, der nach sechs heißen Juni-Tagen endete, bildet den Grundstein für Israels Siedlungspolitik und damit den Herd ständig neu aufflammender Auseinandersetzungen.

Doch der Reihe nach: Israel und seine arabischen Nachbarn haben vor der Offensive seit Staatsgründung bereits zwei Kriege hinter sich (im Bild: während des Suezkriegs 1956 gesunkenes ägyptisches Kriegsschiff).
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Doch der Reihe nach: Israel und seine arabischen Nachbarn haben vor der Offensive seit Staatsgründung bereits zwei Kriege hinter sich (im Bild: während des Suezkriegs 1956 gesunkenes ägyptisches Kriegsschiff).

In den arabischen Staaten wirken die Niederlagen noch nach. In Ägypten regiert Präsident Gamal Abdel Nasser, ein charismatischer Politiker, der der arabischen Welt neues Selbstbewusstsein einflößt.
(Foto: picture-alliance / dpa) 4 / 25

In den arabischen Staaten wirken die Niederlagen noch nach. In Ägypten regiert Präsident Gamal Abdel Nasser, ein charismatischer Politiker, der der arabischen Welt neues Selbstbewusstsein einflößt.

Anti-Kolonialismus, Pan-Arabismus, Sozialismus – Nasser trifft Mitte der 60er Jahre den Geist vieler Menschen in der Region.
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Anti-Kolonialismus, Pan-Arabismus, Sozialismus – Nasser trifft Mitte der 60er Jahre den Geist vieler Menschen in der Region.

Doch er steht auch unter Druck: Der von ihm versprochene Wohlstand bleibt aus, gerade hat er einen Krieg gegen den Jemen verloren - Nassers Vietnam (im Bild: zerstörte Siedlung im Jemen im Januar 1967).
(Foto: ASSOCIATED PRESS) 6 / 25

Doch er steht auch unter Druck: Der von ihm versprochene Wohlstand bleibt aus, gerade hat er einen Krieg gegen den Jemen verloren - Nassers Vietnam (im Bild: zerstörte Siedlung im Jemen im Januar 1967).

Er beginnt ein Pokerspiel, in dem er Israel bis zum Äußersten reizt. Im Frühjahr 1967 lässt er Truppen auf der Sinai-Halbinsel aufziehen.
(Foto: picture alliance / KEYSTONE/dpa) 7 / 25

Er beginnt ein Pokerspiel, in dem er Israel bis zum Äußersten reizt. Im Frühjahr 1967 lässt er Truppen auf der Sinai-Halbinsel aufziehen.

Die Gegend steht unter UN-Aufsicht und soll eigentlich ein Puffer zu Israel sein. Doch die Vereinten Nationen müssen abziehen.
(Foto: ASSOCIATED PRESS) 8 / 25

Die Gegend steht unter UN-Aufsicht und soll eigentlich ein Puffer zu Israel sein. Doch die Vereinten Nationen müssen abziehen.

Dann maximiert er die Provokation: Nasser lässt die Straße von Tiran, Israels Zugang zum Roten Meer, schließen. Der strategisch wichtige Hafen von Eilat ist damit isoliert (im Bild: israelische Soldaten, die den Schiffsverkehr in der Straße kontrollieren).
(Foto: ASSOCIATED PRESS) 9 / 25

Dann maximiert er die Provokation: Nasser lässt die Straße von Tiran, Israels Zugang zum Roten Meer, schließen. Der strategisch wichtige Hafen von Eilat ist damit isoliert (im Bild: israelische Soldaten, die den Schiffsverkehr in der Straße kontrollieren).

Nassers Kalkül ist aber nicht unbedingt, einen Krieg heraufzubeschwören. Er hofft durch eine Demonstration der Stärke einen diplomatischen Erfolg zu erzielen. Ziel ist nach Ansicht vieler Historiker, seinen arabischen Führungsanspruch zu stärken, der in Gefahr war.
(Foto: AP) 10 / 25

Nassers Kalkül ist aber nicht unbedingt, einen Krieg heraufzubeschwören. Er hofft durch eine Demonstration der Stärke einen diplomatischen Erfolg zu erzielen. Ziel ist nach Ansicht vieler Historiker, seinen arabischen Führungsanspruch zu stärken, der in Gefahr war.

Doch Nasser verspekuliert sich. Am 5. Juni 1967, es ist ein Montag, startet Israel einen Überraschungsangriff auf ägyptische Stellungen auf dem Sinai. 180 Jets benötigen nicht mehr als 90 Minuten, um große Teile der ägyptischen Luftwaffe zu zerstören.
(Foto: AP) 11 / 25

Doch Nasser verspekuliert sich. Am 5. Juni 1967, es ist ein Montag, startet Israel einen Überraschungsangriff auf ägyptische Stellungen auf dem Sinai. 180 Jets benötigen nicht mehr als 90 Minuten, um große Teile der ägyptischen Luftwaffe zu zerstören.

Nassers Streitkräfte sind paralysiert. In nur wenigen Tagen gelingt Israel die Besetzung der Halbinsel. Am 8. Juni stimmt Kairo - besiegt und gedemütigt - einem Waffenstillstand zu.
(Foto: REUTERS) 12 / 25

Nassers Streitkräfte sind paralysiert. In nur wenigen Tagen gelingt Israel die Besetzung der Halbinsel. Am 8. Juni stimmt Kairo - besiegt und gedemütigt - einem Waffenstillstand zu.

Ähnlich ergeht es Syrien und Jordanien, die an der Seite Ägyptens in den Krieg eintreten: Auch die Luftstreitkräfte der beiden Nachbarn Israel sind binnen weniger Tage praktisch nicht mehr existent (im Bild: jordanische Soldaten im Juni 1967 an der Grenze zu Israel).
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Ähnlich ergeht es Syrien und Jordanien, die an der Seite Ägyptens in den Krieg eintreten: Auch die Luftstreitkräfte der beiden Nachbarn Israel sind binnen weniger Tage praktisch nicht mehr existent (im Bild: jordanische Soldaten im Juni 1967 an der Grenze zu Israel).

Israel fallen der Gazastreifen, das Westjordanland, die Golanhöhen, der Ostteils Jerusalems sowie die komplette Sinai-Halbinsel zu (im Bild: israelische Soldaten am Löwentor zur Altstadt Jerusalems).
(Foto: picture alliance / AP/dpa) 14 / 25

Israel fallen der Gazastreifen, das Westjordanland, die Golanhöhen, der Ostteils Jerusalems sowie die komplette Sinai-Halbinsel zu (im Bild: israelische Soldaten am Löwentor zur Altstadt Jerusalems).

Das Staatsgebiet vergrößert sich innerhalb kürzester Zeit auf mehr als das Doppelte.
(Foto: REUTERS) 15 / 25

Das Staatsgebiet vergrößert sich innerhalb kürzester Zeit auf mehr als das Doppelte.

Am 10. Juni endet der Krieg, als die letzten syrischen Truppen von den Golanhöhen fliehen. Ein Tag später wird der letzte Waffenstillstand unterzeichnet.
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Am 10. Juni endet der Krieg, als die letzten syrischen Truppen von den Golanhöhen fliehen. Ein Tag später wird der letzte Waffenstillstand unterzeichnet.

Für Israel ist der Sieg ein großer Triumph. Um die Schlachten ranken sich Heldenerzählungen. Nur zwei Beispiele:
(Foto: picture alliance / AP/dpa) 17 / 25

Für Israel ist der Sieg ein großer Triumph. Um die Schlachten ranken sich Heldenerzählungen. Nur zwei Beispiele:

Einer dieser Helden ist etwa Ariel Scharon (rechts im Bild), der als Kommandeur einer Panzerdivision maßgeblich zum Sieg über Ägypten auf dem Sinai beitrug. Später bestimmt Scharon jahrelang politisch die Geschicke Israels.
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Einer dieser Helden ist etwa Ariel Scharon (rechts im Bild), der als Kommandeur einer Panzerdivision maßgeblich zum Sieg über Ägypten auf dem Sinai beitrug. Später bestimmt Scharon jahrelang politisch die Geschicke Israels.

Links neben dem damaligen Verteidigungsminister Mosche Dajan betritt auf dieser berühmten Aufnahme ein gewisser Jitchak Rabin als einer der ersten die Jerusalemer Altstadt. Rabin war damals Generalstabschef und wird 1974 und nochmals 1992 Ministerpräsident des Landes, bis er als Friedensnobelpreisträger 1995 ermordet wird.
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Links neben dem damaligen Verteidigungsminister Mosche Dajan betritt auf dieser berühmten Aufnahme ein gewisser Jitchak Rabin als einer der ersten die Jerusalemer Altstadt. Rabin war damals Generalstabschef und wird 1974 und nochmals 1992 Ministerpräsident des Landes, bis er als Friedensnobelpreisträger 1995 ermordet wird.

Der Krieg ist vorüber, befriedet ist der Konflikt damit - auch 50 Jahre später - nicht. Nur wenige Tage nach Kriegsende treffen sich die arabischen Staaten in der sudanesischen Hauptstadt Khartum. In einer Resolution beschließen sie: kein Frieden mit Israel, keine Verhandlungen mit Israel und keine Anerkennung Israels.
(Foto: AP) 20 / 25

Der Krieg ist vorüber, befriedet ist der Konflikt damit - auch 50 Jahre später - nicht. Nur wenige Tage nach Kriegsende treffen sich die arabischen Staaten in der sudanesischen Hauptstadt Khartum. In einer Resolution beschließen sie: kein Frieden mit Israel, keine Verhandlungen mit Israel und keine Anerkennung Israels.

Der UN-Sicherheitsrat versucht das Problem zu lösen. Resolution 242 betont das Recht jedes Staates der Region. Im Gegenzug muss sich Israel aus besetzten Gebieten zurückzuziehen (im Bild: israelische Truppen bei der Besetzung von Gaza-Stadt).
(Foto: ASSOCIATED PRESS) 21 / 25

Der UN-Sicherheitsrat versucht das Problem zu lösen. Resolution 242 betont das Recht jedes Staates der Region. Im Gegenzug muss sich Israel aus besetzten Gebieten zurückzuziehen (im Bild: israelische Truppen bei der Besetzung von Gaza-Stadt).

Doch Israel weigert sich. Der Sinai fällt erst nach dem Friedensvertrag von Camp David 1978 wieder an Ägypten. Aus dem Gazastreifen zieht sich das Militär erst 2005 wieder zurück.
(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb) 22 / 25

Doch Israel weigert sich. Der Sinai fällt erst nach dem Friedensvertrag von Camp David 1978 wieder an Ägypten. Aus dem Gazastreifen zieht sich das Militär erst 2005 wieder zurück.

Bis heute kontrolliert Israel das Westjordanland, die Golanhöhen und Ost-Jerusalem.
(Foto: picture alliance / dpa) 23 / 25

Bis heute kontrolliert Israel das Westjordanland, die Golanhöhen und Ost-Jerusalem.

1967 werden etwa Viertelmillionen Palästinenser aus den besetzten Gebieten vertrieben. Wer bleibt, muss mit Wartezeiten an Checkpoints und Versorgungsengpässen leben. Immer wieder flammen Kämpfe auf.
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1967 werden etwa Viertelmillionen Palästinenser aus den besetzten Gebieten vertrieben. Wer bleibt, muss mit Wartezeiten an Checkpoints und Versorgungsengpässen leben. Immer wieder flammen Kämpfe auf.

Israel beginnt noch im Kriegsjahr damit, Siedlungen in den besetzten Gebieten zu bauen. Viele Israelis träumen von einem "Groß-Israel". Der Bau von Häusern für Israelis in diesen Gegenden ist ein Reibungspunkt, der eine Friedenslösung schwierig macht - auch 50 Jahre später noch.
(Foto: picture alliance / Iyad Al Hashl) 25 / 25

Israel beginnt noch im Kriegsjahr damit, Siedlungen in den besetzten Gebieten zu bauen. Viele Israelis träumen von einem "Groß-Israel". Der Bau von Häusern für Israelis in diesen Gegenden ist ein Reibungspunkt, der eine Friedenslösung schwierig macht - auch 50 Jahre später noch.