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Eine Katastrophe, die alles veränderte Die Horrorfahrt des Transrapids

Freitag, der 22. September 2006 ist ein schöner Spätsommertag im Emsland. Auf der Transrapid-Testanlage in Lathen beginnt routinemäßig die Arbeit:

Freitag, der 22. September 2006 ist ein schöner Spätsommertag im Emsland. Auf der Transrapid-Testanlage in Lathen beginnt routinemäßig die Arbeit:
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Freitag, der 22. September 2006 ist ein schöner Spätsommertag im Emsland. Auf der Transrapid-Testanlage in Lathen beginnt routinemäßig die Arbeit:

Gegen 8 Uhr verlässt ein dieselbetriebener Werkstattwagen seine Halle und fährt den 31 Kilometer langen Rundkurs ab. Nach einer guten Stunde ist die Sicherheitsüberprüfung abgeschlossen.
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Gegen 8 Uhr verlässt ein dieselbetriebener Werkstattwagen seine Halle und fährt den 31 Kilometer langen Rundkurs ab. Nach einer guten Stunde ist die Sicherheitsüberprüfung abgeschlossen.

Gegen 9.40 Uhr ist der Transrapid 08 abfahrbereit zu seiner ersten Testfahrt auf der Strecke an diesem Tag.
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Gegen 9.40 Uhr ist der Transrapid 08 abfahrbereit zu seiner ersten Testfahrt auf der Strecke an diesem Tag.

Keine Viertelstunde später prallt der Magnetzug bei Tempo 170 auf den 50 Tonnen schweren Werkstattwagen.
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Keine Viertelstunde später prallt der Magnetzug bei Tempo 170 auf den 50 Tonnen schweren Werkstattwagen.

Die Fahrdienstleiter haben vergessen, ihn nach der Kontrollfahrt von der Strecke zu beordern, bevor sie den Weg für den Transrapid freigaben.
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Die Fahrdienstleiter haben vergessen, ihn nach der Kontrollfahrt von der Strecke zu beordern, bevor sie den Weg für den Transrapid freigaben.

23 Menschen sterben bei dem Unglück, das die Region schockierte - ...
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23 Menschen sterben bei dem Unglück, das die Region schockierte - ...

... und den Ruf der Transrapid-Technik in Deutschland massiv schädigte.
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... und den Ruf der Transrapid-Technik in Deutschland massiv schädigte.

Der Transrapid galt bis dahin als eines der sichersten Verkehrsmittel der Welt.
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Der Transrapid galt bis dahin als eines der sichersten Verkehrsmittel der Welt.

Ein Zugunglück wie etwa 1998 im niedersächsischen Eschede, bei dem 101 Menschen im ICE den Tod fanden, sei beim Transrapid schon konstruktionsbedingt nicht möglich, hieß es.
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Ein Zugunglück wie etwa 1998 im niedersächsischen Eschede, bei dem 101 Menschen im ICE den Tod fanden, sei beim Transrapid schon konstruktionsbedingt nicht möglich, hieß es.

Die Emsländer waren auf die Testanlage im früheren Moorgebiet stolz. Der Transrapid war ein Zeichen für den wirtschaftlichen und sozialen Aufstieg der Region, die einst zu den ärmsten Provinzen Deutschlands gehörte.
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Die Emsländer waren auf die Testanlage im früheren Moorgebiet stolz. Der Transrapid war ein Zeichen für den wirtschaftlichen und sozialen Aufstieg der Region, die einst zu den ärmsten Provinzen Deutschlands gehörte.

Er war ein Leuchtturm für Modernität und technisches Know-how auf höchstem Niveau. Die Region hoffte, dauerhaft vom Transrapid zu profitieren.
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Er war ein Leuchtturm für Modernität und technisches Know-how auf höchstem Niveau. Die Region hoffte, dauerhaft vom Transrapid zu profitieren.

Das Unglück hat dieser Hoffnung ein jähes Ende bereitet - es blieben die Gedanken an die Opfer.
(Foto: picture-alliance/ dpa) 12 / 32

Das Unglück hat dieser Hoffnung ein jähes Ende bereitet - es blieben die Gedanken an die Opfer.

Über die Katastrophe selbst möchten Kommunalpolitiker zehn Jahre danach nicht mehr sprechen.
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Über die Katastrophe selbst möchten Kommunalpolitiker zehn Jahre danach nicht mehr sprechen.

Die Menschen in Lathen und Umgebung tun sich schwer, mit dem Unglück umzugehen. Aus dem Transrapid wurde ein Symbol der Zerstörung.
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Die Menschen in Lathen und Umgebung tun sich schwer, mit dem Unglück umzugehen. Aus dem Transrapid wurde ein Symbol der Zerstörung.

Inzwischen fährt im Emsland kein Transrapid mehr, der Testbetrieb, der 2008 wieder aufgenommen worden war, wurde im Dezember 2011 endgültig beendet.
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Inzwischen fährt im Emsland kein Transrapid mehr, der Testbetrieb, der 2008 wieder aufgenommen worden war, wurde im Dezember 2011 endgültig beendet.

Gegen Höchstgebot versteigert der Bund nun am 25. Oktober einen der Transrapid-Züge, die bis 2011 noch fuhren.
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Gegen Höchstgebot versteigert der Bund nun am 25. Oktober einen der Transrapid-Züge, die bis 2011 noch fuhren.

Aber nach wie vor steht die 31 Kilometer lange Teststrecke.
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Aber nach wie vor steht die 31 Kilometer lange Teststrecke.

Mit dem Rückbau wurde begonnen, wer allerdings für die Abrisskosten aufkommt, darüber streitet sich derzeit die  Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft (IABG) mit der Bundesregierung.
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Mit dem Rückbau wurde begonnen, wer allerdings für die Abrisskosten aufkommt, darüber streitet sich derzeit die Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft (IABG) mit der Bundesregierung.

Laut einem Gutachten liegen die Gesamtkosten bei rund 40 Millionen Euro.
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Laut einem Gutachten liegen die Gesamtkosten bei rund 40 Millionen Euro.

Vor allem der Abriss des aufgeständerten Fahrwegs wird ins Geld gehen.
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Vor allem der Abriss des aufgeständerten Fahrwegs wird ins Geld gehen.

Alle 25 Meter steht auf den 31 Kilometern Länge eine Stütze, die Fundamente reichen bis in 15 Meter Tiefe.
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Alle 25 Meter steht auf den 31 Kilometern Länge eine Stütze, die Fundamente reichen bis in 15 Meter Tiefe.

Immerhin hat China mit der deutschen Technik eine Strecke in Shanghai gebaut.
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Immerhin hat China mit der deutschen Technik eine Strecke in Shanghai gebaut.

Aber eine Vermarktung des Transrapids in andere Länder war nicht erfolgreich: Brasilien stand zur Debatte - doch eine Strecke wurde weder zur Fußball-WM 2014 noch zu den Olympischen Spielen in diesem Sommer gebaut.
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Aber eine Vermarktung des Transrapids in andere Länder war nicht erfolgreich: Brasilien stand zur Debatte - doch eine Strecke wurde weder zur Fußball-WM 2014 noch zu den Olympischen Spielen in diesem Sommer gebaut.

Für das Emsland bleibt daher auch das Bedauern über die Akzeptanzprobleme, die diese innovative Technologie begleiteten, und der Vorwurf an beteiligte Konzerne, sich nicht ausreichend für die Vermarktung des Transrapids eingesetzt zu haben.
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Für das Emsland bleibt daher auch das Bedauern über die Akzeptanzprobleme, die diese innovative Technologie begleiteten, und der Vorwurf an beteiligte Konzerne, sich nicht ausreichend für die Vermarktung des Transrapids eingesetzt zu haben.

Inzwischen wird die Vermarktung der Transrapid-Technik von der Schweiz aus betrieben. Die SwissRapide AG will nicht nur Transrapid-Strecken in der Schweiz voran bringen, sondern auch auf Teneriffa, in Dubai oder im Iran.
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Inzwischen wird die Vermarktung der Transrapid-Technik von der Schweiz aus betrieben. Die SwissRapide AG will nicht nur Transrapid-Strecken in der Schweiz voran bringen, sondern auch auf Teneriffa, in Dubai oder im Iran.

In Japan stellte im vergangenen Jahr die mit dem Transrapid konkurrierende Magnetschwebebahn Maglev ...
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In Japan stellte im vergangenen Jahr die mit dem Transrapid konkurrierende Magnetschwebebahn Maglev ...

...  mit mehr als 600 Kilometern in der Stunde einen Temporekord auf.
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... mit mehr als 600 Kilometern in der Stunde einen Temporekord auf.

Der Zug soll Tokio im Jahr 2027 mit der Industriestadt Nagoya verbinden.
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Der Zug soll Tokio im Jahr 2027 mit der Industriestadt Nagoya verbinden.

Ganz tot ist die Transrapid-Technik aber auch in Deutschland noch nicht. In Lathen betreibt die IABG mit ihrer Tochtergesellschaft Intis auf dem alten Betriebsgelände ein Unternehmen, das die induktive Stromaufnahme für Fahrzeuge erforscht.
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Ganz tot ist die Transrapid-Technik aber auch in Deutschland noch nicht. In Lathen betreibt die IABG mit ihrer Tochtergesellschaft Intis auf dem alten Betriebsgelände ein Unternehmen, das die induktive Stromaufnahme für Fahrzeuge erforscht.

18 Menschen arbeiten dort, viele waren schon zu Transrapid-Zeiten auf der Anlage beschäftigt.
(Foto: picture alliance / dpa) 30 / 32

18 Menschen arbeiten dort, viele waren schon zu Transrapid-Zeiten auf der Anlage beschäftigt.

Statt mit Ladekabeln lässt sich Strom auch berührungslos, per Induktion, übertragen. Nicht nur Garagen, auch Straßen können mit der Induktions-Technik ausgestattet werden.
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Statt mit Ladekabeln lässt sich Strom auch berührungslos, per Induktion, übertragen. Nicht nur Garagen, auch Straßen können mit der Induktions-Technik ausgestattet werden.

Ein 30 Meter langes Stück Straße wurde bereits gebaut und das berührungsfreie Laden von Elektroautos schon erfolgreich demonstriert. Ein Überbleibsel der Transrapid-Technik könnte also in der Elektromobilität weiterleben.
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Ein 30 Meter langes Stück Straße wurde bereits gebaut und das berührungsfreie Laden von Elektroautos schon erfolgreich demonstriert. Ein Überbleibsel der Transrapid-Technik könnte also in der Elektromobilität weiterleben.