Kino

Box-Film "Bleed for This" Viel Blut um nichts

Von Anna Meinecke

Miles Teller spielt in "Bleed for This" den Boxer Vinny Pazienza.

Miles Teller spielt in "Bleed for This" den Boxer Vinny Pazienza.

(Foto: Sony Pictures)

Der Tasmanische Teufel gibt nicht auf - daran kann auch ein Genickbruch nichts ändern. Mit seinem Box-Comeback schrieb Vinny Pazienza Sportgeschichte. In "Bleed for This" leiht ihm Miles Teller sein Gesicht.

Miles Teller wird in Hollywood hoch gehandelt. Zwar sagt man ihm nach, er sei ein Arschloch, das schon. An seinem Talent jedoch zweifelt niemand. Der 30-Jährige hat diese besondere Gabe, die Aufmerksamkeit des Zuschauers an sich zu binden. Es fällt erstmal gar nicht so sehr auf, dass sein neuer Film "Bleed for This" lange nicht so gut ist wie sein Hauptdarsteller.

"Bleed for This" ist ein Boxfilm. Er erzählt die wahre Geschichte von Vinny Pazienza, dem "Tasmanischen Teufel". 1991 vollführte er eines der spektakulärsten Comebacks, die der Profi-Sport bis heute gesehen hat. Bei einem Autounfall hatte sich der WBA-Weltmeister im Halbmittelgewicht das Genick gebrochen. Entgegen des Rats seiner Ärzte trug er monatelang eine spezielle Halskrause, damit die Knochen ohne Operation zusammenwachsen konnten. So sicherte er sich die Chance, wieder in den Ring zu steigen.

Sieg, Fall, Triumph, öde

Teller spielt Pazienza mit seiner ganz eigenen gelangweilten Leidenschaft. Er ist ein bisschen protzig, ein bisschen dumm, ein bisschen liebevoll, auch lustig. Es passt. Tellers Rollen sind oft eifrige Typen. Sie haben ganz unterschiedliche Motive: Im Musikdrama "Whiplash" will Tellers Figur der beste aller Schlagzeuger sein, in der Indie-Romanze "The Spectacular Now" einfach nur der coolste Typ der Schule - jedenfalls zunächst. Mag sein, dass der Jungstar einen Hang zu Figuren hat, die seine eigene Entschlossenheit teilen. Man kann sich leicht vorstellen, welchen physischen Einsatz allein Teller bringen musste, um den Boxer glaubhaft auf die Leinwand zu bringen.

Klingt alles gut, eigentlich. "Bleed for This" ist aber eben ein Boxfilm. Davon gibt es viele, nur wenige sind herausragend. Die meisten scheitern am Spannungsbogen. Ein Boxer reißt ein dickes Ding, dann kommt der tiefe Fall, er berappelt sich, arbeitet hart, um schließlich zu triumphieren. Der simple Aufbau macht "Bleed for This" vorhersehbar von Minute eins an. Dass sich der Film bis zum Schluss genießen lässt, ist fast schon beeindruckend.

"Bleed for This" startet am 20. April in den deutschen Kinos.

Quelle: n-tv.de

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