Kino

Tom Holland ist Spider-Man "Ich gebe gern ein bisschen an"

Ein roter Anzug hat Tom Hollands Leben von einem Tag auf den anderen völlig umgekrempelt. Seit der 21-jährige Brite als neuer Spider-Man besetzt ist, ist er ein Weltstar. In "The First Avenger: Civil War" durfte er im vergangenen Jahr an der Seite der Avengers erstmals als Superheld vor die Kamera. Nun kommt sein ganz eigener Film ins Kino: "Spider-Man : Homecoming". n-tv.de hat Holland erzählt, wie er sich auf die Rolle vorbereitet hat und wieso er sich verpflichtet fühlt, Gutes zu tun.

n-tv.de: "Aus großer Kraft folgt große Verantwortung", sagt Onkel Ben zu Peter Parker aka Spider-Man. Hätte jemand dir im Alter von 15 Jahren Superkräfte gegeben, hättest du sie sinnvoll eingesetzt?

Tom Holland: Nein, ich hätte vermutlich eine Bank ausgeraubt. (grinst) Ich hätte auf jeden Fall mein Bestes gegeben, sie sinnvoll einzusetzen. Aber es ist schwierig. Nicht jeder ist so perfekt wie Peter Parker.

Deine Rolle im Film verlangt eine Menge Körpereinsatz. Es gibt eine Menge Videos, die dich beim Training zeigen. Gibst du gern ein bisschen mit deinen Fähigkeiten an?

(lacht) Ich habe das große Glück, in der Vorbereitung auf eine Rolle neue Fähigkeiten zu erwerben. Ich habe Sachen gemacht, von denen ich nie gedacht hätte, dass ich sie einmal machen würde - wie ein Gepard zu essen zum Beispiel. Es ist eine wirklich aufregende Zeit. Und ja, ab und zu gebe ich auch gern ein bisschen an.

"Spider-Man: Homecoming" schickt den Helden zurück in die Highschool. Ich habe gehört, das hat man auch mit dir gemacht. Wie kam es dazu?

Nun ja, das war meine Idee. Allerdings sollte es ein Witz sein. Ich habe gesagt: (verstellt albern die Stimme) "Hey, wäre es nicht lustig, wenn ich in New York wieder in die Schule gehen würde?" Und man hat mir geantwortet: (in ernstem Tonfall) "Ja, das wäre großartig. Lass uns das machen!" Also wurde ich für drei Tage undercover in die Bronx School of Science geschickt. Das ist eine Schule für besonders begabte Kinder - und ich bin definitiv kein Genie. Ich habe mein Bestes gegeben, um etwas zu lernen, aber ich war furchtbar. Es war trotzdem eine sehr lehrreiche Erfahrung für mich.

Robert Downey Jr. ist dein Mentor - vor der Kamera als Iron Man und ich vermute, auch darüber hinaus. Was hast du durch die Arbeit mit ihm gelernt?

Robert Downey Jr. (l.) ist ein Vorbild für Tom Holland.

Robert Downey Jr. (l.) ist ein Vorbild für Tom Holland.

(Foto: Sony Pictures)

So viel! Man sieht ihn auf dem Höhepunkt seiner Karriere arbeiten und trotzdem ist er genauso respektvoll, genauso nett, genauso fleißig, genauso bodenständig wie der Neue am Set. Es ist wahnsinnig toll, jemanden, der derart erfolgreich ist, als so freundlich zu erleben.

Du hast auch abseits des Spider-Man-Drehs Superhelden-Qualität bewiesen, als du zu Besuch in Kinderkrankenhäusern warst. Steht das so in deinem Vertrag oder steckt da Eigeninitiative dahinter?

Die Initiative ging tatsächlich von mir aus. Da war ich hartnäckig. In jeder Stadt versuchen wir, einen Besuch in einem Krankenhaus einzurichten. Sony (das Filmstudio hinter "Spider-Man"; Anm. d. Red.) war sehr hilfsbereit in der Sache. Ein Freund von mir hatte als Kind einen schrecklichen Unfall. Er lag zwei Jahre lang im Krankenhaus. Er ist ein riesiger Manchester-United-Fan und das ganze Team hat ihn damals besucht. Er hat gesagt, das habe sein Leben verändert. Wenn ich in der Lage bin, das für Kinder überall auf der Welt zu bewirken, ist es meine Pflicht.

Wie sieht es eigentlich mit dem Spider-Man-Anzug aus? Ich stelle mir den nicht so bequem vor. Fehlt er dir trotzdem?

Das tut er. Aber in letzter Zeit habe ich ihn ja wieder öfters tragen können, weil wir in all den Kinderkrankenhäusern waren. Bei den Besuchen trage ich den Anzug immer. Allerdings habe ich schon lange nicht mehr den mit integrierter Maske getragen. Das ist der, der einem wirklich zusetzt. Man kann kaum atmen, man kann nichts sehen, es ist heiß, man schwitzt, es ist eng. Es kratzt am Gesicht. Abgesehen davon: Das Privileg, diesen Anzug zu tragen, macht die Unannehmlichkeiten mit Leichtigkeit wett. Für mich ist ein Traum wahrgeworden.

Mit Tom Holland sprach Anna Meinecke

"Spider-Man: Homecoming" startet am 13. Juli in den deutschen Kinos.

Quelle: n-tv.de

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