Kino

"Spider-Man: Homecoming" Ein Superheld wird zur Superlachnummer

Dieser Superheld ist einfach nur lässig.

Dieser Superheld ist einfach nur lässig.

(Foto: Sony Pictures Releasing GmbH)

In "Spider-Man: Homecoming" erhält Peter Parker ein neues Gewand. Und das in jeder Hinsicht: Nicht nur bekommt er einen todschicken neuen Anzug, der Film rollt die Geschichte des Superhelden auch nochmal komplett von vorne auf - mit viel Humor.

Eines steht jetzt schon fest: An "Spider-Man: Homecoming" werden sich die Geister scheiden. Okay, brachial ernst wurden die Geschichten von Peter Parker im Superhelden-Dress noch nie erzählt. Eingefleischten Fans könnte der Schabernack dieses Mal aber dann doch ein Stück zu weit gehen. Alle, die den ganzen Superhelden-Klimbim hingegen sowieso eher belächeln und die Schnauze von Comicverfilmungen voll haben, die sich selbst viel zu wichtig nehmen, werden ihn dafür lieben. Kurzum: "Spider-Man: Homecoming" ist großartig!

Der britische Nachwuchsstar Tom Holland durfte bereits in "The First Avenger: Civil War" das erste Mal den Superhelden-Anzug überstreifen, dort allerdings nur in einer Nebenrolle. "Spider-Man: Homecoming" knüpft nun unmittelbar an Hollands ersten Avenger-Einsatz an - und rollt die Erzählung aus dem Marvel-Kosmos unabhängig von allen anderen Spiderman-Verfilmungen zuvor noch einmal komplett neu von vorne auf. "Reboot" nennt man so etwas im Fachjargon.

Die große Superhelden-Chance

Peter Parker kehrt nach seinem Einsatz mit den Avengers zurück nach Hause, wo er erst einmal wieder die Schulbank drücken muss. Niemand, noch nicht einmal sein bester Kumpel Ned (Jacob Batalon), erahnt, welche Superkräfte in Parker nach einem Spinnen-Biss schlummern. Und natürlich weiß auch niemand, dass es sich bei seinem "Praktikum" bei Tony Stark (Robert Downey Jr.) in Wahrheit um seine weiterführende Superhelden-Ausbildung bei "Iron Man" handelt.

Schließlich hat Parker noch viel zu lernen auf seinem Weg zum vollwertigen Avenger. Dennoch ist er es alsbald leid, immer nur Kleinkriminelle zur Strecke zu bringen, erst recht, nachdem ihm Stark einen todschicken neuen Spider-Man-Anzug mit den unglaublichsten Raffinessen vermacht hat. Und tatsächlich: Als er dem Waffenhändler Adrian Toomes (Michael Keaton) alias Bösewicht The Vulture auf die Schliche kommt, wittert Parker seine ganz große Superhelden-Chance. Doch ist Toomes nicht vielleicht eine Nummer zu groß für ihn? Und was passiert eigentlich an der zweiten Front, Parkers heimlicher Liebe Liz (Laura Harrier)? Wird es ihm gelingen, ihr Herz zu erobern, obwohl er von seinem Mitschüler Flash (Tony Revolori) andauernd vor ihren Augen übel gemobbt wird?

Tom Holland ist der neue Spider-Man.

Tom Holland ist der neue Spider-Man.

(Foto: Sony Pictures Releasing GmbH)

Von Batman zum Bösewicht

Keine Sorge, natürlich spart "Spider-Man: Homecoming" nicht an rasanten Action-Szenen. Zugleich jedoch erzählt Regisseur Jon Watts, der erst 2014 mit "Clown" sein Spielfilmdebüt gegeben hat, so etwas wie eine Coming-of-Age-Geschichte im Superhelden-Gefilde. Wer meint, beides könne doch gar nicht zusammenpassen, liegt komplett daneben. Es könnte gar nicht mehr Spaß machen, als Spider-Man beim Erwachsenwerden zuzusehen.

Das liegt zum einen an dem wirklich ebenso pointierten wie liebevollen Humor, mit dem Watts an seine Erzählung herangeht, zum anderen an dem vor Spielfreude strotzenden Ensemble. Nicht nur Holland beweist, dass er zu Recht der neue Spider-Man ist. Auch Downey Jr. hat - trotz seiner Erwägungen, das Exoskelett an den Nagel zu hängen - den Spaß an "Iron Man" offenkundig noch nicht verloren. Dass Michael Keaton ein großartiger Schauspieler ist, ist keine Neuigkeit. Und dass er nun den Bösewicht mimt, entbehrt auch nicht einer gewissen Ironie - schließlich verkörperte er 1989 und 1992 selbst schon zweimal Batman.

In 56 Ländern, in denen "Spider-Man: Homecoming" bereits angelaufen ist, ließ er schon kräftig die Kinokassen klingeln. So spielte der Film an seinem ersten Wochenende schon mehr als 250 Millionen Dollar ein. In den USA legte er den zweiterfolgreichsten Start aller Zeiten für "Sony Pictures" hin. In Deutschland dürften noch einmal ein paar Zuschauer und Einnahmen hinzukommen. Dieser Superheld hätte es mal wirklich verdient.

"Spider-Man: Homecoming" läuft ab 13. Juli 2017 in den deutschen Kinos

Quelle: n-tv.de

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