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"Exorzist" trifft "Inception" "Incarnate": Du wirst brennen!

Cameron wird in "Incarnate" zum Werkzeug eines Erzdämons.

Cameron wird in "Incarnate" zum Werkzeug eines Erzdämons.

Der elf Jahre alte Cameron wird von einem Erzdämon heimgesucht. Die einzige Hilfe des Jungen: Dr. Ember. Er besitzt die Gabe, sich in die Träume Besessener zu begeben und das Böse "vor Ort" zu bekämpfen. Ein Horrorfilm in einem Horrorfilm.

"Ich werde alle töten. Ich werde alle töten, die du liebst." Die Worte lassen Dr. Ember (Aaron Eckhart; "The Dark Knight", "Sully", "Thursday") kalte Schauer über den Rücken laufen. Dabei sind es nicht die Worte als solche, sondern dass sie aus dem Mund eines unschuldig dreinblickenden Jungen stammen: Cameron (David Mazouz). Er ist besessen.

Ein Erzdämon steckt in ihm. Benutzt ihn. Lässt ihn schlafen, um ihm dabei eine andere Realität vorzugaukeln. In dieser spielt Cameron mit seinem Vater in einem Park Baseball. In dieser Realität hat er dem Jungen im Suff nicht den Arm gebrochen. In dieser Realität sind Camerons Eltern nicht getrennt.

Dämonen weilen längst unter uns.

Dämonen weilen längst unter uns.

In der Wirklichkeit, in der Ember versucht, den Dämon zu bekämpfen, sieht das ganz anders aus: Camerons Vater ist weg, ruft nur ab und an im sturzbetrunkenen Zustand an, um sich bei seinem Jungen und seiner Ex-Frau zu entschuldigen: Es werde nie wieder passieren. In genau diese Wirklichkeit muss Ember Cameron zurückholen, sonst stirbt der Junge, denn der Dämon nutzt ihn nur als Wirt, saugt seine Energie aus - und springt dann zu seinem nächsten Opfer. "Keiner darf Cameron berühren!", mahnt Ember deshalb immer wieder.

Die Vergangenheit lässt dich nicht los

Dass er den Fall angenommen hat, liegt nicht an dem Jungen. Er will ihm nicht helfen, nicht in erster Linie. Zuallererst geht es ihm darum, des Erzdämons habhaft zu werden. Denn Ember kennt ihn - oder besser "Sie". Als "Maggie" hatte sie vor Jahren einen Autounfall verursacht, in dem Embers Frau und sein damals elf Jahre alter Sohn gestorben waren, Ember selbst verlor beide Beine, sitzt seitdem verbittert und voller Hass auf "Maggie" im Rollstuhl.

Dr. Ember jagt seine eigene Vergangenheit.

Dr. Ember jagt seine eigene Vergangenheit.

"Maggie" hatte Ember auserkoren. Das weiß er jetzt. Damals wusste er es nicht. Damals hatte er versucht, sich seine Gabe, über die er seit seinem 26. Lebensjahr verfügt, nicht anmerken zu lassen: Ember kann, wenn er schläft, in die Träume Besessener eindringen - und dort den sich eingenisteten Dämon bekämpfen.

Genau dieses Ritual muss er nun an Cameron vollziehen. Um ihn zu retten, um "Maggie" zu vernichten. Um sein eigenes Leben wieder in normalere Bahnen lenken zu können. Doch "Maggie" kennt Embers Plan - und stellt ihm eine Falle, in die der Dämonenjäger Ember auch prompt tappt.

Der Dämon sitzt in deinem Kopf

Das ist der Plot von "Incarnate" des Regisseurs Brad Peyton ("San Andreas"), eines hochkarätig besetzten Horrorthrillers. Der Film schafft es, dass man bereits in den ersten fünf Minuten mindestens einmal zusammenzucken muss. Dann erstrahlt der Filmtitel in teuflisch-roten Lettern zu den bassigen Klängen zu "Sail" von Wolnation, bekannt aus der Bier-Werbung. Ein wohliger Schauer schürt die Vorfreude auf den Film.

"Incarnate" ist bei Concorde erschienen.

"Incarnate" ist bei Concorde erschienen.

Und der versucht, mit schauspielerischem Glanz, allen voran in Form von Aaron Eckhart und dessen heruntergekommener Figur des Dr. Ember, aufzuwarten. Was ihm auch gelingt. Eckhart ist der eigentliche Star des Films, nicht der Erzdämon, dessen tiefe Stimme und die dazu passenden Schockelemente aber ebenfalls überzeugen können.

Als Zuschauer merkt man schnell, dass das kein klassischer B-Movie-Horrorstreifen ist. Dazu wird viel zu viel Wert auf die Charakterzeichnungen gelegt. Dafür geht der Film auch ein wenig zu gemächlich vor. Nach dem Grusel-Appetithappen zu Beginn dauert es eine Weile, bis sich das Gänsehautgefühl zurückmeldet. Vor allem das Ende kann dann aber wieder vollends überzeugen.

Was von "Incarnate" bleibt, ist die Tatsache, gehobenen Geisterthrill gesehen zu haben. Und auch etwas Neues, denn der Film ist eine Mischung aus diversen Exorzismus-Streifen und dem kongenialen "Inception" von Christopher Nolan. Eine Parallelwelt in einem Traum, in der dem Besessenen die Möglichkeit eingeräumt wird, eine Rettung zu erleben. Das schreit nach einer Horrorreihe, einer TV-Serie. Naja, auf jeden Fall nach mehr, ganz nach des Dämons Motto: "Ich werde alle töten. Ich werde alle töten, die du liebst."

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Quelle: n-tv.de

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