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Rob Zombie lässt grüßen "Devil's Candy": blutig, rockig, nicht süß

Neues Haus, neues Glück? Nicht für Künstler Jesse und seine Familie.

Neues Haus, neues Glück? Nicht für Künstler Jesse und seine Familie.

Was macht einen guten Horrorfilm aus? Klassischerweise viel Blut, düstere Optik, Dämonen, vielleicht ein bisschen Teufelszeug, trashige Metalmucke und schräge Typen. Das alles hat "Devil's Candy", aber vor allem die Musik bleibt im Ohr.

Ein Mann, eine Frau und ein Mädchen: Alle sitzen in einem Auto. Nichts Ungewöhnliches, wären da nicht die trashigen Metallriffs aus dem Autoradio, zu denen der langhaarige Vater am Steuer gemeinsam mit seiner heranwachsenden Tochter auf dem Rücksitz headbangt. Und das alles unter den wohlwollenden Blicken seiner Ehefrau auf dem Beifahrersitz. Yeah! Wenn ein Film so beginnt, kann er nur rocken. "Devil's Candy" tut das.

Der Vater, Jesse Hellman (Ethan Embry; "Motel", "Eagle Eye"), ist Künstler. Gemeinsam fahren die drei zu ihrem neuen Zuhause irgendwo im provinziellen Texas. Das Traumhaus hat eine Galerie und ist bezahlbar, denn die Vormieter, ein altes Ehepaar, sind verstorben. Nicht ganz freiwillig, wie der Makler geheimnisvoll sagt, aber Jesse kümmert das nicht.

"Devil's Candy" ist bei Splendid erschienen.

"Devil's Candy" ist bei Splendid erschienen.

R.I.P. Chris Cornell

Der langhaarige Metalfreak hat nur das perfekte Haus für sich und seine Lieben im Blick und zudem keine Angst vor Geistern und Dämonen. Die sollten eher Schiss vor ihm haben, schließlich schaut er aus wie Jesus höchstpersönlich, oder besser: wie Chris Cornell in den Anfangszeiten von Soundgarden. Und das Beste: Seine Tochter Zoey (Kiara Glasco; "Maps to the Stars") hat den gleichen Musikgeschmack wie er. Was willst du mehr?

Na gut, ab und zu ein Bild verkaufen, wäre schon ganz nett. Und so wundert Jesse sich auch zunächst nicht, dass auf den von ihm in der neuen Galerie gemalten Bildern grausige Motive zu sehen sind. Blut, Tod, Verderben. Er weiß nicht wie, diese "Bilder" entstehen. Aber sie verkaufen sich.

Geheimnisvoller Freak

Auch als Ray (Pruitt Tyler Vince; "Monster", "Constantine") plötzlich auftaucht und sich als Sohn der vorherigen Hausbesitzer vorstellt, wird Jesse nicht misstrauisch. Was soll's, dann wird Ray eben, er scheint geistig nicht ganz auf der Höhe, in sein altes Heim zurückwollen. Allein, er kann und darf nicht, denn Jesse wohnt jetzt mit seiner Familie darin.

Die Bilder malen sich neuerdings wie von selbst.

Die Bilder malen sich neuerdings wie von selbst.

Aber als Ray immer wieder auftaucht und beginnt, Jesses Frau Astrid (Shiri Appleby; "Rosevelt") und Tochter Angst einzujagen, wird Jesse aktiv. Er forscht nach - und findet Teuflisches heraus. Doch da ist es schon fast zu spät, denn Ray hat sich in den Kopf gesetzt, Jesses Tochter dem Teufel zu opfern: "Ich muss ihm Kinder opfern. Kinder sind seine Süßigkeiten!"

Jesse findet heraus, dass Ray das schon einmal gemacht hat. Aber er bekommt auch mit, dass mit seinem neuen Traumhaus etwas ganz und gar nicht stimmt. Zum Teufel nochmal! Metalmucke hin oder her. Und so kommt es, wie es bei wirklich guten Horrorfilmen einfach kommen muss, zu einem sehenswerten, blutigen und lauten Showdown mit Slasher-Effekten und etwas Gefühl. Rock the "Devil's Candy"!

Ray ist von den dämonischen Kräften des Hauses besessen.

Ray ist von den dämonischen Kräften des Hauses besessen.

"For Whom the Bell Tolls"

Wer nach all dem an Rob Zombie-Filme denkt, liegt nicht ganz falsch. Auch "Deathgasm" kommt dem Zuschauer völlig zu Recht in den Sinn. Die unheimliche Stimmung der Zombie-Streifen, gepaart mit dem grandiosen Score von "Deathgasm" und fertig ist "Devil's Candy" des Regisseurs Sean Byrnes ("The Loved Ones"). Die düstere Stimmung ist greifbar, schwarze Farben dominieren, unterbrochen von einer Menge Rot.

Dazu der Score mit Songs von Bands wie Queens of the Stone Age, Slayer, Goya oder auch Cavalera Conspiracy. Hmmm, da schlackern die Ohren jedes Metalfans. Und die Riffs passen perfekt zum Plot, schmiegen sich sozusagen direkt an die Handlung an, werden eins mit ihr. Dem Zuschauer wird zunehmend warm ums Herz - und das völlig zu Recht.

Die Härte der Musik findet sich auch in den Slasherszenen des Films wieder. Sie sind pointiert gesetzt. Zu viel Gewalt? Ein klares Nein! FSK 18? Angemessen.

Am Ende bleibt ein Film in Erinnerung, der von Beginn an bis zum Abspann und den letzten Tönen gefallen hat: Während die Credits durchrattern, zu Beginn noch mit Szenenbildern aus dem Film unterbrochen, erschallen Metallica. "For Whom the Bell Tolls". Perfekter Ausklang eines perfekten Horrorfilms!

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Quelle: n-tv.de

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