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"Tonight She Comes" Der Teufel hat Brüste

Blut sollte man als Zuschauer von "Tonight She Comes" auf alle Fälle abkönnen.

Blut sollte man als Zuschauer von "Tonight She Comes" auf alle Fälle abkönnen.

Eine Hütte mit See, ein Postbote samt sexbesessenem Freund und dazu zwei leicht bekleidete Freundinnen, Bier und ein Lagerfeuer: Wenn das ein Horrorfilm werden soll, fehlt noch etwas – am besten blutüberströmt, nackt, teuflisch.

Was eine angenehme Umgebung ist, ist eine Frage der Perspektive. Die einen fühlen sich in überfüllten Discos und mit stampfenden Bässen am wohlsten. Die anderen ziehen das leise Rauschen des Windes in den Wipfeln der Bäume vor. Der Wald, dein Freund: frische Luft, beruhigendes Grün für die Augen und die Seele kann baumeln. Wenn dann auch noch ein See vor der einsamen Waldhütte liegt, scheint das Paradies perfekt. Aber wo das Paradies liegt, ist die Hölle nicht fern. Ashley (Larissa White) und Lyndsey (Camelisha Cotton) müssen das auf ihrem Wochenendtrip erfahren.

Sie hatten ein ruhiges Wochenende geplant. Chillen. Nichts tun. Entspannen. Gemeinsam mit ihrer Freundin Kristy (Dal Nicole). Doch die geht nicht an ihr Handy. Und so machen sich die beiden auf die Suche nach ihr. Dabei bekommen sie unverhofft Unterstützung von James (Nathan Eswine) und Pete (Adam Hartley). James ist Postbote, muss für die Zustellungen allerdings noch seine eigene Karre benutzen, worüber sich Pete genüsslich und sarkastisch auslässt - bis James der Geduldsfaden reißt und Pete aussteigen und laufen muss. Mitten im Nirgendwo. Direkt in einem Wald.

Vom Beginn nicht täuschen lassen: "Tonight She Comes" brilliert am Ende.

Vom Beginn nicht täuschen lassen: "Tonight She Comes" brilliert am Ende.

Zur falschen Zeit ...

James soll zu einer einsam gelegenen Hütte und dort etwas zustellen. Und als er endlich dort angekommen ist, laufen ihm Ashley und Lyndsey über den Weg. Na, da geht doch was! Pete denkt das Gleiche, denn irgendwie hat er die Hütte auch gefunden und aus der vermeintlichen Sicherheit des Waldes sieht er, wie die beiden Freundinnen sich sehr leicht bekleidet aufs Wochenende einstimmen. Zack, Hosenstall auf ... Der Rest ist Kopfkino.

Als die Mädels ihn sehen, rennt Pete davon. Zurück in den Wald. Dort hört er plötzlich ein Handyklingeln. Er folgt ihm und entdeckt eine nackte Frau, scheinbar tot liegt sie auf dem Waldboden. Pete ist hin- und hergerissen. Ungeahnte Möglichkeiten tun sich vor seinem inneren Auge auf. Da öffnet die Frau plötzlich die Augen.

"Tonight She Comes" hat mehrere Gesichter.

"Tonight She Comes" hat mehrere Gesichter.

Ashley und Lyndsey haben derweil James in ihre Suche nach Kristy eingebunden. Immer wieder rufen sie sie auf ihrem Handy an. Nichts passiert. Bis Pete aus dem Wald gestolpert kommt. Peinlichkeit hin oder her. Allein im Wald bleiben? Hm, nein. Und so scheint eine von sexuellen Ausschweifungen direkt am See, an einem Lagerfeuer, programmiert. Die Hütte ist verschlossen. Es scheint keiner da zu sein. Party on!

... am falschen Ort

Jetzt beginnt "Tonight She Comes" aber erst richtig. Bis dahin war alles nur ein lauwarmes Vorgeplänkel. Der Zuschauer erkennt das sofort, als plötzlich eine blutüberströmte Frau auftaucht und den vier Lagerfeuerfreunden einen Heidenschrecken einjagt. Die Hütte verspricht da Sicherheit vor dem, was immer es auch sein mag - und näher kommt.

"Tonight She Comes" ist bei Splendid erschienen.

"Tonight She Comes" ist bei Splendid erschienen.

Plötzlich schaffen die vier es auch, in die Hütte zu gelangen. Doch nun heißt es: vom Regen in die Traufe. Denn in der Hütte wartet ein Vater mit zwei Teenie-Kindern - und ist mitten in einer Dämonenaustreibung. Verrückte Welt. Und da klopft die nackte Frau auch schon ans Fenster.

Dämonisch gut!

"Tonight She Comes" des Regisseurs Matt Stuertz ("RWD", "World of Death") ist kein straighter, vorhersehbarer Horrorfilm. Er arbeitet zwar mit bekannten Elementen wie party- und sexgeilen US-Teenagern und einsam gelegenen Hütten im Wald mit See vor der Tür - doch statt eines Virus, der alles Lebendige dahinrafft oder eines Massenmörders, der dort sein Unwesen treibt, packt Stuertz das ganz große "Ding" aus. Und das hat Brüste, ist nackt und blutüberströmt. Sam Raimis Original-"Evil Dead" bietet sich daher als besserer Vergleich an als beispielsweise Eli Roths "Cabin Fever".

Dass am Ende dann auch noch viel Blut und ein "What the fuck ...?" beim Zuschauer zurückbleibt, sorgt dafür, dass "Tonight She Comes" im Gedächtnis bleibt und die Hirnwindungen nicht so schnell wieder verlässt. Stuertz hat perfekte Arbeit geleistet - und das mit nahezu vollkommen unbekannten Darstellern. Im Horrorgenre sollte man sich seinen Namen auf alle Fälle merken, das hat auch bereits sein Found-Footage-Streifen "RWD" gezeigt.

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Quelle: n-tv.de

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