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"Generation der Verdammten" Der Erste Weltkrieg - wie er wirklich war

Der Erste Weltkrieg und seine "Generation der Verdammten".

Der Erste Weltkrieg und seine "Generation der Verdammten".

1914 zieht Europa in den Krieg. Er wird Jahre dauern und Millionen Menschen das Leben kosten. Eine Miniserie der BBC zeigt in eindrucksvollen Bildern die Schicksale zweier junger Männer, deren Wege sich als Feinde kreuzen.

"... Noch eine Stunde. Es waren die längsten und kürzesten Stunden im Leben. Dann noch fünf Minuten. Und dann die Stunde null und die Hölle brach aus. Wir stiegen aus den Gräben und sobald wir raus waren, verwandelte sich die Angst in Terror: Man sieht nicht - man erkennt. Man hört nicht - man versteht. Der Mund und die Nase sind erfüllt vom Rauch und vom Tod."

Das ist ein O-Ton eines Erster-Weltkriegs-Veteranen. Eindringlich, beeindruckend. Wenige Worte, die viel Sagen. Sie sind Teil der BBC-Miniserie "Generation der Verdammten". Rund 160 Minuten Erster Weltkrieg. Eine Produktion, die mit Originalbildern der damaligen Zeit gespickt ist. Bilder, die beim Zuschauer kalte Schauer über den Rücken laufen lassen. Und immer wieder Erinnerungen von britischen und auch deutschen Soldaten an die damalige Zeit, mit ihren erschütternden Ereignissen. Nüchtern vorgetragen.

"Generation der Verdammten" ist bei Pandastorm erschienen.

"Generation der Verdammten" ist bei Pandastorm erschienen.

Zwei Schicksale

Hauptakteure des Films sind die beiden jungen Soldaten Thomas (Patrick Gibson) und Michael (Jack Lowden) - einer Brite, der andere Deutscher. Sie leben beide ein völlig normales Leben vor dem Krieg. Sie wissen nicht, was das ist, kennen "Krieg" nur aus Büchern. Aber sie sind auch heiß darauf, für ihr Land zu kämpfen. Sie wollen Ruhm und Ehre auf dem Schlachtfeld erringen. Mädchen beeindrucken, die eigenen Väter und Familien stolz machen. Die Mütter sind es, die warnen, die Angst um ihre Söhne haben.

Und das völlig zu Recht. Die Kampfeslust der Jungen weicht schnell der Gewissheit: Einem Menschen wirklich gegenüber zu stehen, ihm in die Augen zu sehen und dann zu töten - daran kann man seelisch zerbrechen. Auch wenn es ums nackte Überleben geht. Und das ist bald das Einzige, was noch zählt. Für beide: Thomas und Michael.

Sie verbringen ihr Leben von nun an tagein und tagaus in Schützengräben, in Bunkern, mit den Kameraden, ihr Gewehr immer geputzt und griffbereit. Es entstehen Freundschaften, die der Tod wieder zerreißt. Und mit der Zeit, den Jahren an der Front, deren Verlauf sich scheinbar nicht bewegen will, kommen erste Zweifel. Was mache ich hier? Wofür kämpfe ich eigentlich?

Dein bester Freund ist der Kamerad direkt neben dir.

Dein bester Freund ist der Kamerad direkt neben dir.

Michael wird von den Engländern gefangen genommen. Er kann fliehen, auch weil Thomas, der ihn verfolgt, nicht auf ihn schießt. Warum? Das weiß wohl nur er selbst. Kurz davor hat ihm seine Freundin, eine Krankenschwester verraten, dass er bald Vater wird. Das ändert doch so manche Sichtweise im Leben. Aber man trifft sich bekanntlich auch immer zwei Mal ...

Wehret den Anfängen!

Westfront. Ostfront. Sommerhitze. Eiseskälte. Bombardements. Scharfschützen. Gasangriffe. Verwundete. Tote. Schreie in der Nacht. Rückzug. Eingraben. Vorwärts. Eingraben. Gepeinigte, Verrückte, Kraftlose. Der Erste Weltkrieg: die Hölle auf Erden. All das erleben beide. Gebettet in eindrucksvolle Bilder, umspielt von einfühlsamen Klavier- und Streicherklängen wird der Zuschauer durch die beiden Hauptprotagonisten an die Hand genommen und gleichermaßen behutsam wie hart und direkt durch die Weltkriegs-Wirren geführt. Immer wieder durch Original-Töne einstiger Soldaten unterbrochen.

Der Erste Weltkrieg war eine bis dato noch nicht dagewesene Material- und Menschenschlacht.

Der Erste Weltkrieg war eine bis dato noch nicht dagewesene Material- und Menschenschlacht.

"Wir waren an der Front und wurden beschossen. Dann kamen durch die Einschläge die vergrabenen Leichen aus dem Boden. Überall Körperteile und Knochen. Und man konnte sehen, wie die Ratten das Fleisch fraßen."

"Generation der Verdammten" wühlt auf, hinterlässt Spuren - und die Gewissheit, dass man alles dafür tun sollte, Kriege, wo auch immer und zwischen wem auch immer, zu verhindern. Die Soldaten des Ersten Weltkriegs wissen das: "Das Schlimme am Krieg ist nicht nur das Schießen und Töten. Das Schrecklichste ist der Lärm des Krieges: Der Lärm der explodierenden Geschosse. Der Lärm der explodierenden Handgranaten. Das Rattern der Maschinengewehre und das Dröhnen der Flugzeuge. Niemals darf vergessen werden, was die Männer auf beiden Seiten durchmachen mussten."

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Quelle: n-tv.de

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