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Wenn das Lachen im Hals steckt "Clown Town": der pure Horror!

Statt Glücksbärchis gibt es Schlechtelauneclowns.

Statt Glücksbärchis gibt es Schlechtelauneclowns.

Eine Kleinstadt, die von Horrorclowns terrorisiert wird? Nein, "Clowntown" ist keine Real-Live-Doku, sondern Splatter-Horror pur. Die Story ist dabei vernachlässigenswert, die Clowns mit Äxten, Baseballschlägern und Macheten sind es nicht.

Gibt es eigentlich noch die fröhlichen, lustigen Clowns, die man aus den Zirkussen seiner Kindheit kennt? Die mit den übergroßen Latschen und den Kunstblumen im Revers, aus denen Wasser spritzt? Die Filmindustrie arbeitet mit Vehemenz daran, dieses Bild aus unseren Köpfen zu vertreiben. Angefangen mit der TV-Verfilmung von Stephen Kings "Es" folgten in den vergangenen Jahren etwa "Stitches" oder von Eli Roth präsentierte: "The Clown". Alle diese Clown-Filme verbreiteten Angst und Schrecken. "Clowntown" tut dies auch - auf verschreckend verstörende Weise.

Das Neue dabei: "Clowntown". Regisseur Tom Nagel wartet mit mehreren Todesclowns auf. Wie bei Rob Zombies "31" macht jeder mit einem anderen Folterwerkzeug Jagd auf Unschuldige. Da wäre etwa ein Baseballschläger, eine Machete, eine Axt oder auch ein Brecheisen. Allein daran erkennt der geneigte Zuschauer bereits, dass "Clowntown" kein Glücksbärchi-Horror mit Ringelpietz und Rumgekuschel ist, sondern Slasher-Horror pur.

"Clowntown" ist bei Tiberius erschienen.

"Clowntown" ist bei Tiberius erschienen.

Zur falschen Zeit ...

Da darf eine Gruppe Jugendlicher natürlich nicht fehlen. Die Namen der Opfer sind austauschbar und tun daher nichts zur Sache: Es sind zwei Pärchen, die auf dem Weg zu einem Konzert sind, in einem Diner haltmachen, wo eines der Mädchen sein Smartphone liegen lässt. In der heutigen Zeit ohne Handy leben? Ein absolutes Unding. Man ruft die Nummer des Handys an und als dann noch der ehrliche Finder am Apparat ist und einen Ort zur Übergabe vorschlägt, der nicht weit entfernt zu sein scheint, scheint die Welt fast wieder in Ordnung.

Die Gruppe fährt zu dem Ort mit Namen Clinton. Sie warten an der vereinbarten Stelle. Niemand erscheint. Es wird dunkel. Die Straßenlaternen gehen an. Aber sonst ist weit und breit keine menschliche Seele zu sehen. In den Hinterköpfen der vier Jugendlichen reift der Gedanke, dass sie vielleicht verarscht worden sind, dass sich irgendjemand einen Scherz mit ihnen erlaubt.

Scherze? Na, wo ein Scherz ist, sind Clowns nicht weit - und kurz darauf zeigt sich auch der erste von ihnen. Er sagt nichts. Sein weiß gemaltes Gesicht mit nach unten hängenden blutroten Mundwinkeln sieht irgendwie unfreundlich aus. Sein Schweigen verstört die Gruppe Durchreisender noch mehr. Aber dass dann noch weitere Exemplare dieser schrägen Typen auftaucht, bringt das Fass zum Überlaufen: Der Überlebensinstinkt meldet sich, als ein haltendes Auto mit zwei Arbeitern attackiert wird.

... am falschen Ort

Die Jugendlichen fliehen. Rennen durch die menschenleeren Straßen. Suchen Hilfe. Klopfen an Türen. Niemand antwortet, niemand öffnet, niemand lässt sie herein. Wo sind sie hier nur hineingeraten? Auf der Flucht und der Suche nach einem Versteck treffen sie auf eine weitere komische Gestalt.

Wer hat Angst vorm bösen Clown?

Wer hat Angst vorm bösen Clown?

Sie hilft ihnen endlich, nimmt sie mit auf das örtliche Polizeirevier, wo sich alle Mann verbarrikadieren. Nachts solle man die Straßen meiden, dann gehörten sie den Clowns, sagt der Mann, der im Polizeirevier offenbar seit Jahren schon haust. Woher die Clowns kämen, wisse er nicht. Sie seien irgendwann einfach da gewesen - und immer mehr Menschen daraufhin spurlos verschwunden.

Nicht zum Totlachen

Es klopft an die metallene Hintertür. Drängend. Fordernd. "Wir müssen raus hier", sagt der Mann und die Flucht geht weiter. Dass sich die Clowns irgendwann einen nach dem anderen schnappen, ist nichts für einen Spoiler-Alarm. Dass die Auflösung, wer hinter den Terror-Clowns steckt, auch nicht so neu, weil vor allem menschlich ist, überrascht auch nicht sonderlich. Dass das Ende Platz für weiteren "Horror-Clowntown"-Stoff bietet, lässt sich ebenfalls denken.

Bleibt die Frage, ob es einen weiteren "Clowntown"-Streifen wirklich braucht. Ganz klar: Jein. Der Hollywoodtrend der bösen, fiesen Mörderclowns wird weiter anhalten. Die Kino-Verfilmung von Stephen Kings "Es" setzt da neue Maßstäbe. Da sie ein Erfolg ist, dürften Weitere versuchen, auf den Erfolgszug aufzuspringen. Ein weiterer "Clowntown" ist dabei die logische Konsequenz. Wobei es eigentlich auch mal wieder Zeit wäre für lustigere Zeitgenossen mit roter Knollennase und Quadratlatschen.

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Quelle: n-tv.de

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