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"Ich dachte: Ich häng mich auf" Til Schweiger kann nicht anders

Schreibt sich bei Facebook gerne mal den Frust von der Seele: Til Schweiger.

Schreibt sich bei Facebook gerne mal den Frust von der Seele: Til Schweiger.

(Foto: imago/Future Image)

Er macht regelmäßig nicht nur mit seinen Filmen Furore, sondern auch mit seinen Facebook-Posts. Dazu steht Til Schweiger jedoch ebenso wie dazu, einem Hater am liebsten "den Hals abreißen" zu wollen. Aber manchen Kommentar bereut er auch.

In unregelmäßigen Abständen verwandelt sich Til Schweigers Facebook-Account zu einem verbalen Schlachtfeld. Eines, das zuweilen mindestens so unterhaltsam ist, wie ein Film des deutschen Schauspielers. Da wütet er einmal gegen "Tatort"-Kritiker, später gegen die AfD und zu (bislang) guter Letzt forderte er auch noch alle Internet-Trolle auf, ihren Hass auf seiner Seite freien Lauf zu lassen. Warum er das macht? "Ich kann nicht anders", erklärt er im Interview mit der Zeitschrift "Gala". Doch auch von Reue und von Schmerz, den er verursacht hat, berichtet der Schauspieler.

Aufgesogen habe er seine Art von seinem "strengen", aber "gerechten" Vater, sagt Schweiger. Von ihm habe er "einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn" geerbt, den er nutzen wolle, um sich für die sozial Schwachen einzusetzen. Bei seinem verbalen Angriff auf die AfD seien das die zahlreichen Flüchtlinge und Ausländer gewesen, die in Deutschland versuchten, Tod und Krieg zu entkommen. "Ich kann nicht verstehen, dass Leute aus Protest die AfD wählen, deren Führung immer härter und nationalsozialistischer wird. Denen dürfen wir nicht unser Land überlassen. Protest ja, aber bitte nicht die AfD!", ruft Schweiger im "Gala"-Interview auf.

Zwar sei der Aufruf an alle "Hater" sowie die gesamte, etwas wirre Nachricht bei Facebook reine Satire gewesen, seine Verachtung für die "Netz-Trolle" sei aber sehr wohl ernst gemeint. So wolle er einem von ihnen am liebsten "den Hals abreißen", sollte er ihm jemals auf der Straße begegnen - besagter "Hater" hatte Schweigers Töchter in die Auseinandersetzung mit hineingebracht.

"Ich habe eine Menge Menschen verletzt"

Doch eine derart direkte Konfrontation werde es nie geben, so der Schauspieler. Er sei "bestimmt schon an tausend Leuten vorbeigegangen, die mich oder meine Filme nicht mögen, die aber nicht den Mut hatten, mir das zu sagen." Besagter Mumm gehe auch sämtlichen "Internet-Trollen" ab.

Zugleich räumt Schweiger ein, hin und wieder auch über die Stränge zu schlagen. "Ich habe schon eine Menge Menschen verletzt, aber nicht aus Vorsatz, sondern weil ich eine sehr direkte Art habe. Wenn ich das gemerkt habe, dann habe ich mich immer sofort und ehrlich entschuldigt."

Von seinen Facebook-Aktionen bereue er vor allem seinen Rundumschlag nach der Kritik an seinem dritten "Tatort". Dabei gibt er selbstkritisch zu, damals nicht mehr wirklich in der Verfassung gewesen zu sein, einen sinnvollen Post zu verfassen: "Den habe ich wirklich bereut. Da hatte ich aber auch meinen Frust weggetrunken, und es war drei Uhr morgens. (...) Und als ich die ganze Häme und die Verrisse gelesen habe, bin ich durchgedreht. Als ich das am nächsten Morgen gelesen habe, dachte ich: Ich häng mich auf."

Quelle: n-tv.de , vpr/spot

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