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Legende stirbt mit 90 Jahren Rock'n'Roll-Welt trauert um Chuck Berry

Chuck Berry war berühmt für seine Showeinlagen auf der Bühne.

Chuck Berry war berühmt für seine Showeinlagen auf der Bühne.

(Foto: AP)

Mit seiner Musik inspiriert Rock'n'Roll-Legende Chuck Berry die Beatles, die Rolling Stones und Bruce Springsteen. Jetzt müssen seine Fans Abschied nehmen: Der Schöpfer von Klassikern wie "Johnny B. Goode" ist tot.

Der Rock-'n'-Roll-Pionier Chuck Berry ist tot. Er sei am Samstag im Alter von 90 Jahren in seinem Haus nahe St. Louis gestorben, teilte die Polizei in St. Charles County im US-Bundesstaat Missouri auf ihrer Facebook-Seite mit. Rettungskräfte hätten den 90-Jährigen am frühen Nachmittag leblos in seinem Haus gefunden, ihn aber nicht wiederbeleben können. Die Polizei "bestätigt traurig den Tod von Charles Edward Anderson Berry Sr., besser bekannt als der legendäre Musiker Chuck Berry", heißt es in der Mitteilung weiter.

Der 1926 in St. Louis geborene Musiker gilt als einer der Pioniere des Rock'n'Roll, als einer der größten Songschreiber und besten Gitarristen seiner Zeit. Mit seinen Songs beeinflusste er Musiker wie die Beatles, die Rolling Stones, die Beach Boys oder Bob Dylan. Sein Wegbegleiter Bruce Springsteen würdigte ihn auf Twitter als den "größten" Interpreten und Gitarristen in der Geschichte der Rockmusik und den wichtigsten Komponisten des "puren Rock 'n' Roll". Am Anfang seiner Karriere spielte Springsteen in den 70ern Gitarre in Berrys Band. 1995 standen sie bei einem Konzert zur Eröffnung der Roll Hall of Fame in Cleveland gemeinsam auf der Bühne.

Berry lernte bereits als Kind Gitarre spielen. Als junger Mann schlug er sich mit Gelegenheitsjobs durch und geriet mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt. Später arbeitete er als Friseur und trat nebenbei in Musikclubs auf, wo der Bluesmusiker Muddy Waters auf ihn aufmerksam wurde.

1955 nahm er seine erste Single auf und landete mit "Maybellene" gleich einen Erfolg. Es folgten zahlreiche Hits wie "School Days", "Rock and Roll Music", "Sweet Little Sixteen", "Carol" und "Johnny B. Goode". Berry wurde zu einem der ersten großen schwarzen Musikstars in den USA, der auch beim weißen Publik Erfolg hatte.

Album für 2017 geplant

Seine Karriere geriet ins Stocken, als er 1959 verhaftet wurde, weil er "zu unmoralischen Zwecken" mit einer 14-Jährigen in einen anderen Bundesstaat gereist war. Berry, der die Vorwürfe bestritt, wurde zu anderthalb Jahren Haft verurteilt.

Erst in den 70er Jahren konnte er wieder an alte Erfolge anknüpfen. In den folgenden Jahren zog er sich nach und nach aus dem Rampenlicht zurück. In einem Club in seiner Heimatstadt St. Louis trat er aber noch regelmäßig mit seinem Sohn Charles Berry junior auf.

An seinem 90. Geburtstag im vergangenen Oktober hatte Berry die Veröffentlichung seines ersten Albums seit fast vier Jahrzehnten angekündigt. Die Platte mit dem schlichten Titel "Chuck" soll im Laufe des Jahres erscheinen.

Berry widmete das Album seiner Frau Themetta Berry, mit der er fast 69 Jahren verheiratet war. "Mein Schatz, ich werde alt! Ich habe an dieser Platte lange Zeit gearbeitet. Jetzt kann ich meine Schuhe an den Nagel hängen", erklärte der Musiker.

Quelle: n-tv.de , chr/dpa/AFP