Unterhaltung

Das gab es noch nie bei Jauch Riesen-Überraschung fürs Studiopublikum

Von Nina Jerzy

Trug Jauch später noch huckepack durch den Saal: Markus Ecker

Trug Jauch später noch huckepack durch den Saal: Markus Ecker

An Rosenmontag geht das: Bei "Wer wird Millionär?" werden alle Besucher zu möglichen Kandidaten. Ein Bibliothekar kommt dank Model- und Nackedei-Wissen weit. Sein Nachfolger braucht sämtliche Joker in Folge.

Manche guckten erfreut, anderen schwante richtig Böses – und das ganz ohne beruhigendes Kölsch in der Hand. Die 200 Zuschauer hatten sich auf einen vergnüglichen Abend im "Wer wird Millionär?"-Studio eingestellt. Dann aber kam Günther Jauch gleich zu Beginn zu den Gästen und fragte: Na, fällt Ihnen was auf? Die erste Dame lobte erst einmal die hübschen Kopfbedeckungen, mit denen sich die meisten Zuschauer geschmückt hatten. Die nächste würdigte die schlanke Erscheinung des Moderators. Der meinte: "Wir haben den guten Anzug heute genommen" – und sich was Neues einfallen lassen. Alle Sitze, auf denen die Auswahlkandidaten sonst warten, waren nämlich leer. Denn in diesem ersten Publikums-Special konnte wirklich jeder Zuschauer ohne jede Vorwarnung zum Kandidaten werden.

Im Grunde kennen wir das Prinzip. In Überraschungs-Special fischt Jauch gern mal den einen oder anderen Kandidaten aus dem Publikum, der von Familie oder Freunden nominiert wurde. Doch jetzt waren wirklich alle Zuschauer im Studio mögliche Millionäre. Ein Reporter hatte sich vor der Sendung im Wartebereich nach möglichen Talenten umgeschaut, vielversprechende Gäste wurden zu einem als bloße Plauderstunde getarnten Casting in ein Separee gebeten, wo sie Probefragen beantworten und ihre Bereitschaft zum Mitmachen demonstrieren mussten – zum Beispiel mit Twerken. Acht Favoriten wurden dann überrascht und durften in der Mitte Platz nehmen.

Wurstelte sich bis zu einem Gewinn von 64.000 Euro durch: Toni Papenkordt

Wurstelte sich bis zu einem Gewinn von 64.000 Euro durch: Toni Papenkordt

"Noch nicht mal Tischdecken?"

Bereits beim Hinternwackeln hatte sich Markus Ecker hervorgetan. Der 47-jährige Kölner entwickelte sich denn auch zum Musterschüler. Erst gewann er die Probe-Auswahlrunde, als es ernst wurde, war er sogar der Einzige, der vier Topmodels ihren jeweiligen Geburtsländern zuordnen konnte. Jauch tippte deshalb darauf, dass der Musikbibliothekar bei der Hochschule für Musik und Tanz in Köln ledig sein musste. Mitnichten, die Ehefrau war mit dabei. Trotzdem wusste Ecker bei der 4000-Euro-Frage nicht, was hierzulande häufig in der Größe 40 bis 70 angeboten wird: Trauringe (korrekt), Kondome, Kontaktlinsen oder Tischdecken? "Das sind vier Themen, von denen ich so überhaupt keine Ahnung habe", meinte der Kölner und tat sich damit vermutlich leicht Unrecht. Fand auch Jauch: "Bei keinem der Themen? Dann sind sie völlig der Welt entrückt. Noch nicht mal Tischdecken?" Das Publikum half zur richtigen Antwort.

Ecker, der seine Frau beim Karneval kennengelernt hat und mit Hütchen und "Thomas-Gottschalk-Gedächtnis-Sakko" im Leopardenmuster erschienen war, kennt sich nicht nur mit Models aus. Er wusste bei 32.000 Euro auch, dass 2016 Peer Kusmagk als nackter Adam seine ebenso hüllenlose Eva gefunden hatte. "Haben Sie das geguckt?", wollte Ecker dann doch vom Moderator wissen. "Ich gucke das wenig", räumte Jauch kaum überraschend ein, "aber ich lese das alles. Das geht schneller." Bei der 125.000-Euro-Frage wusste auch der Telefonjoker und frühere "Wer wird Millionär?"-Gewinner Ralf Schnoor nicht, dass Blaukappenflöter und Pitohuis zu den wenigen giftigen Vögeln gehören. Ecker stieg mit 64.000 Euro aus und trug Jauch zur Feier huckepack durchs Studio. Da kam auch wieder die schlanke Linie des Moderators zur Sprache. Er wiegt nach eigenem Bekunden um die 80 Kilogramm.

Was hat Jauch in petto?

Danach war Toni Papenkordt aus Paderborn an der Reihe, seines Zeichens ebenfalls williger, wenn auch nicht völlig überzeugender Twerker. Ab der 2000-Euro-Frage zum Text von Lena Meyer-Landruts Eurovision-Hit "Satellite" geriet der Angestellter einer Sparkasse ins Schwimmen. Er brauchte in jeder Runde einen Joker. Zum Glück war er danach in Bestform und gewann schließlich ebenfalls 64.000 Euro. Diese Ausgabe war übrigens ursprünglich von RTL als simple Doppelfolge angekündigt worden, um die Überraschung für die Zuschauer nicht zu verraten. Nächsten Montag soll es dann tatsächlich eine doppelte Ausgabe geben – "auf die ich mich schon sehr freue", wie Jauch sagte. So hatte er zuletzt vor fast genau einem Jahr die zu Herzen gehende Ausgabe mit Ex-Komapatient Willi Thiesen angekündigt. Wir sind gespannt.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema