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"Call the Boys" Prostituierter oder Nutter?

Bei "Call the Boys" haben Frauen was zum Anschauen.

Bei "Call the Boys" haben Frauen was zum Anschauen.

(Foto: RTL2)

Wer an Sexarbeit denkt, hat sofort Frauen im Kopf. Frauen in kurzen Röcken und hohen Stiefeln - Sie wissen schon. Die neue RTL2-Serie zeigt eine andere Seite des Milieus: Bei "Call the Boys" gehen Männer anschaffen.

Prostitution kann Frauen Spaß machen. Schließlich macht Sex Frauen Spaß. Und ohne an dieser Stelle debattieren zu wollen, wie wahr und vor allem zu welchen Bedingungen das wahr sein kann: Die Popkultur hat den Gedanken enthusiastisch aufgegriffen.

Als Gegenentwurf zu den Geschichten mit dem herangaloppierenden Retter à la "Pretty Woman" wurden Serienformate geschaffen, die sexuelle Dienstleistungen als sinnliche, spaßige, jedenfalls kathartische Gesamterfahrung an den Zuschauer bringen. "Secret Diary of a Call Girl" zum Beispiel. Oder "The Girlfriendexperience".

Pascal, Lukas, Janni und Kaambiz sind "4 Männer für gewisse Stunden".

Pascal, Lukas, Janni und Kaambiz sind "4 Männer für gewisse Stunden".

(Foto: RTL2)

Wo Frauen Spaß an Prostitution haben, ist die Männerfantasie zumeist nicht weit. Bei "Call the Boys" muss die hinten anstehen. Denn hier entsteht das weibliche Vergnügen beim Genuss des Sex-Services. Die RTL2-Serie dreht den Spieß um. Sie folgt einer Gruppe Berliner Jungs, die Geschlechtsverkehr gegen Geld anbieten. Callboys eben. Oder wie es im Titel des Formats heißt "4 Männer für gewisse Stunden".

"Gar nicht so teuer, wie man denkt"

Pascal, Lukas, Janni und Kaambiz sind recht gewöhnliche Typen. Mal abgesehen davon, dass sie soapig gut aussehen - also besser als Durchschnitt, gleichzeitig nahbar. Wenn sie in der Stammkneipe anstoßen, würden sie sich auch ganz gut in einem Bier-Werbespot halten. Aber sie sind nicht nur männlich, sie haben auch Liebeskummer, Schulden und Sehnsucht nach der kleinen Tochter.

Wieso sie sich prostituieren? Geld ist auf jeden Fall ein Faktor. Spaß scheint auch dabei zu sein - sofern man nicht gerade in einer Nazi-Braut steckt, deren Wandbehang sich als Hitler-Suchbild entpuppt. Auf dem Programm stehen "Wellness Galore Extra" oder das "Fifty Shades of Grey"-Paket. Den Basistarif gibt es schon für 120 Euro - Mehrwertsteuer inklusive. "Ist gar nicht so teuer, wie man denkt", wird erklärt.

Die Herren von "Call the Boys" kann man schon ab 120 Euro buchen.

Die Herren von "Call the Boys" kann man schon ab 120 Euro buchen.

(Foto: RTL2)

Sexarbeit "light"

Brüste gibt es bei "Call the Boys" zu sehen. Ansonsten startet die Serie zunächst einmal mit Sexarbeit "light". Vielleicht, weil das eben kein schmutziges Bumsformat und auch keine abgründige Drama-Kiste sein soll. "Call the Boys" wirkt weit weg von Rotlicht. Im Sex als Ware spiegelt sich das Bedürfnis der Protagonisten nach Liebe, Glück und Sicherheit. Wenn der Weg dahin auch ein kleines Abenteuer sein kann - wieso nicht?

"Call the Boys" ist eine Eigenproduktion von RTL2 unter Regie von Manuel Meimberg. Ob das Format tatsächlich in Serie geht, wird von der Resonanz des Fernsehpublikums abhängen. Ein Ausstrahlungstermin für eine zweite Folge ist bislang jedenfalls nicht bekannt. Wer wie Barfrau Ophelia wissen will, ob es eher Prostituierter oder Nutter heißt, der verschaffe sich selbst einen Eindruck.

Die Pilotfolge von "Call the Boys" läuft am 11. September um 21.15 bei RTL2.

Quelle: n-tv.de

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