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"Rach, der Restauranttester" Der Rassismus der Frauenärztin Frau Banh

Schlechte Köchin mit schöner Duschhaube - Le Phung Banh mit Christian Rach.

Schlechte Köchin mit schöner Duschhaube - Le Phung Banh mit Christian Rach.

(Foto: RTL)

Rach reitet wieder in maroden Küchen ein. Zum Auftakt kümmert er sich um eine kochende Frauenärztin und hilft ihr auf die Beine - doch plötzlich sorgt sie für Fassungslosigkeit.

Nein, nein, nein, man möchte mit dem Kopf gegen die Wand schlagen. "Rach, der Restauranttester" meldet sich mit neuen Folgen zurück - und eins vorab, der Mann reißt sich sprichwörtlich den Hintern auf, um einen vollkommen runtergewirtschafteten, versifften und abgewrackten China-Glutamattempel in Hamburg vor dem Ruin zu retten.

Doch so unterhaltsam die Auftaktfolge auch ist, so fassungslos lässt sie Restauranttester wie Zuschauer gleichermaßen zurück. Aber der Reihe nach.

"Das hier ist eine der größten Katastrophen, die ich je gesehen habe", sagt der Spitzenkoch, als er das Restaurant "China King" in Hamburg unter seine Fittiche nimmt. Die Chefin des Ladens ist weder Köchin noch Chinesin, sondern Vietnamesin und obendrein eigentlich Frauenärztin und hat von Gastronomie auch sonst keinerlei Ahnung.

"Ein neues radikales Konzept muss her!"

In der Küche herrscht das blanke Chaos, Töpfe und Menagen sind verdreckt, das Essen ist ungenießbar und auf allem liegt eine dicke Schicht alten Bratenfetts. Morgens ist die Frauenärztin in ihrer Praxis, mittags braut sie schlechte Süppchen, und wenn sich doch mal Gäste in ihre vermeintlich chinesische Instant-Bude verirren, geht das Essen ruckspuck retour in die Küche, weil der Gaumen streikt.

Es ist alles zum Heulen, auch, dass es geschlagene sieben Minuten dauert, bis in dem sogenannten China-Restaurant der erste Hundewitz fällt. Aber Frau Phung Banh mit ihrer grünen Duschhaube auf dem Kopf kann einem auf den ersten Blick wirklich leidtun: ein obdachloser Bruder, schizophren ist er auch noch, und dann hat sie drei Jobs gleichzeitig an der Backe - kein Wunder, dass man am liebsten zur Verstärkung auch Tine Wittler und den Trödeltrupp in diese trostlose Bude bestellen möchte.

Christian Rach fasst sich ein Herz und stellt ein neues, ganz radikales Konzept auf die Beine. Zuerst muss jemand organisiert werden, der richtig kochen kann, Frau Banh braucht eine neue Inneneinrichtung, (ihre Tische haben nämlich ungefähr die Größe einer 1-Zimmer-Wohnung) und eine richtige professionelle Restaurantleiterin soll sich von nun an um die Gäste kümmern.

"Du kannst nicht ein einziges Gericht kochen", sagt Rach zur Gynäkologin, "es hat keinen Sinn, jeder Tag, an dem du kochst, ist ein Tag, an dem du noch mehr Schaden anrichtest." In der Tat sehen allein Frau Banhs Frühlingsrollen nicht nur aus wie Moppelkotze, sondern scheinen auch so zu munden.

"Die Chemie stimmt nicht"

Doch Rach läuft zu Höchstform auf. In vier anstrengenden Wochen krempelt er den ganzen Laden um, lässt die Küche renovieren, kümmert sich liebevoll um die Einrichtung, ruft einen alten guten Kumpel an, der prima kochen kann, und überlegt sich sogar einen neuen Namen für die einstige Spelunke.

Die ersten Gäste trudeln ein, die neue Speisekarte überzeugt, die Gerichte sind kleine, feine Geschmacksbomben - der Laden erstrahlt in neuem Glanze. Selbst einige Wochen später, als der Restauranttester unverhofft auf der Matte steht, um nach dem Rechten zu sehen, deuten alle Zeichen auf Grün: tolles Ambiente, schmackofatzo Essen, lächelnde Angestellte.

Doch der Schein trügt, denn kurz darauf der Schock: Die Frau, die Rach aus dem Schlamassel gezogen hat und die sich dank seiner Hilfe an einem neuen Restaurant mit aufgehendem Konzept erfreuen darf, möchte all ihre neuen Mitarbeiter entlassen. Rach eilt sofort zum Ort des Geschehens und traut seinen Ohren nicht. Die freundliche Restaurantleiterin berichtet, Frau Phung Banh habe ein Problem mit dem neuen Koch - weil er kein Asiate ist!

Sie findet, er passe nicht in ihre Küche. In ihre, wir erinnern uns, vollkommen verkeimte Drecksküche, in der Rach alles neu machen und entrümpeln ließ. Vollkommen wurscht, ob der Koch ambitioniert und passioniert ist - er ist nun mal Deutscher!

"Die Chemie stimmt nicht", verteidigt sich die gastronomische Frauenärztin. Rach versteht nur noch Chinesisch. Eine Vietnamesin, die weder vietnamesisch noch chinesisch, geschweige denn überhaupt kochen kann, stört sich an der Nationalität ihres deutschen Kochs. Da fällt nicht nur dem sonst so hart gesottenen Rach die Kinnlade runter. Schade um so viel Liebesmüh!

Quelle: n-tv.de


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