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Hüter der "Star Wars"-Saga Den Jedi-Rat gibt es wirklich

Auch im Erweiterten Universum soll alles seine Richtigkeit haben.

Auch im Erweiterten Universum soll alles seine Richtigkeit haben.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Bei "Star Wars" kann man schon mal den Überblick verlieren, erst recht, wenn es um Details geht. Damit trotzdem auch im Erweiterten Universum, den Comics und Videospielen zur beliebten Saga, alles stimmt, gibt es den strengen Jedi-Rat. Er heißt bloß anders.

Der Jedi-Rat sitzt im Hauptquartier von Lucasfilm in San Francisco und wacht streng über alles, was im "Star Wars"-Universum geschieht. Offiziell heißt er "Lucasfilm Story Group", und Aufgabe der rund ein Dutzend Experten ist es, sicherzustellen, dass jeder Film, jeder Roman, jeder Comic und jedes Videospiel Teil der einen, großen, in sich schlüssigen "Star Wars"-Geschichte ist.

Grundlage ihrer Arbeit ist eine akribisch geführte Datenbank, in der nicht nur alle Handlungsstränge der Saga dokumentiert sind, sondern auch kleinste Details, beispielsweise eines Raumschiffs - selbst wenn diese nie auf der Leinwand zu sehen waren. "Es geht darum, 'Star Wars' so zu behandeln, als handele es sich um einen wirklichen Ort mit einer wahren Geschichte", sagt Kreativchef Pablo Hidalgo.

Was gehört zum "Star Wars"-Kanon?

Die Gruppe wurde eingesetzt, als Disney 2012 Lucasfilm kaufte. Es war eine der ersten Änderungen von Kathleen Kennedy, die damals die Leitung der Produktionsfirma übernahm. Hidalgo und seine Mitarbeiter sind eingefleischte "Star Wars"-Fans. Ihre erste Aufgabe bestand darin, die eigentliche Saga von den Geschichten des so genannten Erweiterten Universums zu trennen - also jenen größtenteils von Fans geschaffenen Medien, die die Handlung der Filme erweiterten.

Diese Comics, Bücher und Spiele existieren zwar weiter unter dem Label "Star Wars Legends", sind aber nicht mehr Grundlage für die jüngste Filmtrilogie. Seither prüft die Story Group jedes neue Material und entscheidet, ob es zum offiziellen "Star Wars"-Kanon zählt.

"Über Jahrzehnte wurde unter der Annahme publiziert, dass es keine weiteren 'Star Wars'-Filme mehr geben würde", sagt Hidalgo. "Als klar wurde, dass eine siebte Episode entsteht, und dass die Geschichte, die George Lucas entworfen hatte, sich deutlich von der in den Büchern beschriebenen Galaxie unterschied, haben wir gesagt, 'da müssen wir Ordnung reinbringen'."

Stepptanz oder zwei linke Füße?

Seit 2014 unterstützt die Story Group Kreative vom Comicautor bis zum Designer eines Themenparks mit einem riesigen Schatz an Hintergrundmaterial. Sie stellt sicher, dass von den Dialogen bis zur kleinsten Nebensächlichkeit alles seine Richtigkeit hat.

Es gehe darum, dass alle Werke zusammenpassten, aber auch einzeln für sich stehen könnten, sagt Hidalgos Kollegin Carrie Beck. "Wir machen uns Gedanken darüber, wie einzelne Charaktere sich so in die Erzählung einfügen, dass es sich stimmig anfühlt."

Dieses Prozedere mag aufwändig und diktatorisch scheinen, aber sowohl Filmemacher als auch Fans wissen es zu schätzen. Wer will schließlich einen "Star Wars"-Roman lesen, in dem der behaarte Chewbacca einen Stepptanz-Wettbewerb gewinnt, wenn in einem zwei Jahre zuvor erschienenen Videospiel von seinen zwei linken Füßen die Rede war?

Dabei geht es der Story Group nicht darum, Autoren Vorschriften zu machen. "Wir sagen ihnen nicht, welche Geschichten sie erzählen sollen", betont Hidalgo. "Aber gemeinsam finden wir die Geschichte, die sie erzählen wollen."

Quelle: n-tv.de , Frankie Taggart, AFP

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