Unterhaltung

Vom Knasti zum Trash-König Ben Tewaag siegt bei Promi Big Brother

Tschüss aus dem Container!

Tschüss aus dem Container!

(Foto: Sat.1)

Franks Verlobte tötet mit ihren Blicken, Cathy heult sich die Augen blutig und "H.P. Basler" gönnt sich eine Filterzigarette. Promi Big Brother 2016 hat einen neuen König. Wird er die Kohle mit seinem Kumpel teilen?

"Mama, ich hab mich tätowieren lassen", sagt die Model-Tochter von Natascha Ochsenknecht, als die Sonnenanbeterin der Nation als Viertplatzierte aus dem Kellerloch krabbelt. Aber Mutti ist so im Adrenalin-Rausch, dass sie die Beichte ihrer Cheyenne noch gar nicht so richtig für voll nimmt.

Zwei lange Wochen darbten die "Promis" zusammengepfercht auf einem Haufen. Nach Muschi-Einblicken von "Psychochonder" Edona, dem standardmäßigen Gockel-Gebalze des starken Geschlechts, dem üblichen "I'm the hottest bitch in this place"- Getue und allerlei halbgaren Spiele-Duellen, bleiben am Ende fünf Bewohner übrig. Für den Gewinn von 100.000 Euro legen sich alle Kandidaten noch einmal ins Zeug. Und das tun sie mit einer solchen Inbrunst, dass auch der hartgesottene Zuschauer Mühe hat, nicht augenblicklich vor der Glotze wegzuratzen.

Der glückliche Sieger Ben Tewaag.

Der glückliche Sieger Ben Tewaag.

(Foto: Sat.1)

Mehr als drei Stunden versucht das Spektakel mit öden Rückblicken und "Best Moments" zu punkten, ein Umstand, der die Lustlosigkeit des Formats nur noch mehr unterstreicht. Für kleine Augenöffner sorgt nur noch der Blick ins Publikum. Denn bei den Freunden und Liebsten der Hausianer hat sich in den letzten Wochen viel Wut angestaut.

Mit der Emotion eines Toasters

So ist es herrlich mit anzuschauen, was Frankie-Boys Verlobte für einen Blick aufsetzt, als Jessi, die als Fünftplatzierte das Haus verlässt, im Studio eintrifft. Ihre Augen brennen förmlich, fast so, als würde sie der vermeintlichen Rivalin am liebsten die Extensions von der versexten Rübe reißen.

Ebenfalls famos: die eiskalten Blicke der besten Freundin von "Schessi", als Cathy im Studio kreischend ihrer Schwester um den Hals fällt. Solch eine Gefühlsregung hätte auch Natascha gut gestanden, als Cathy das mütterliche Gespräch suchte.

Das muss man sich mal vorstellen: Da sitzt die Lugner-Gattin, zu diesem Zeitpunkt schon ein seelisches Wrack, neben Natascha und erzählt ihrer vermeintlichen Kummerkastentante, wie sehr sie ihre Tochter liebt. Und was macht Frau Ochsenknecht? Starrt motorisch geradeaus, bevor sie ad hoc aufspringt und die arme Heulboje einfach links liegen lässt. Mit der Emotion eines Toasters schlendert sie vollkommen gelassen zu ihren Homies herüber, während die arme Cathy gerade Rotz und Wasser heult.

Cathy Lugner kann auch im Studio die Tränen nicht zurückhalten.

Cathy Lugner kann auch im Studio die Tränen nicht zurückhalten.

(Foto: Sat.1)

"Das Leben besteht aus Fehlern"

Wasser spielt auch am Finaltag eine große Rolle. Damit die Knastis beschäftigt sind, gibt es ein paar Wasserwitzchen nebst gegenseitigem Anspucken. Das Ganze muss man sich ungefähr so lustig vorstellen wie Borreliose. Es wird noch ein wenig Käse verzehrt, man trinkt ein Bier zusammen und malt seine Lebenskurve auf. Während Cathy sich ob ihrer "einschneidenden Erlebnisse in der Vergangenheit" erneut in Tränen auflöst, stellt Ben rückblickend fest: "Das Leben besteht aus Fehlern, ich bin selbstkritisch, ich reflektiere, ich würde manche Dinge gern rückgängig machen."

Auch Natascha kann unheimlich gut reflektieren. Darauf angesprochen, was sie aus ihrer Zeit im Container gelernt habe, sagt sie: "Mit wenig glücklich zu sein. Wir brauchen viel weniger als wie glauben, um zufrieden zu sein." Mehr als zufrieden kann sich auch "H.P. Basler" schätzen, der als Drittplatzierter das Haus verlässt und draußen als Erstes nach einem Wodka Lemon und einer Filterzigarette verlangt.

Sehnsucht nach Edona

Während Ben in bester Laune trällert: "Algerien, Algerien, da fahr ich in die Ferien. Algerien, Algerien, da hol ich die Bakterien", pafft Cathy - in der genial geheimen Facebook-TV-Gruppe: "Jenseits von Australien" liebevoll "Keffi" genannt - ihre gefühlte vierhundertfünfundneunzigste Kippe an diesem Abend, und das, obwohl sie Nichtraucherin ist. Ja, die "Keffi" kann einem aber auch leidtun, ein Leben lang um Anerkennung gekämpft und dann als Raupe im Fernsehen gelandet. Am Ende ist es ihre "ehrliche, authentische Art", die ihr den zweiten Platz sichert.

Sieger von "Promi Big Brother 2016" wird Ben Tewaag, der sich herrlich unauffällig freuen kann. Die Highlights dieser Staffel bleiben aber die saufstarke Isa im Slayer-Shirt und das irre Mumu-Gezeige der rausgepfefferten Edona. Fast ein bisschen schade, dass die Krawallbürste beim Finale nicht anwesend sein durfte. Das wäre alle Male unterhaltender gewesen, als die gespielte Ignoranz der Ochsenknecht, als die Lugner-Gattin, zugegeben etwas Duracelhasen-mäßig auf die Bühne stürmt.

Wenigstens müssen Prinzessin Cathy und Bronze-Basler jetzt nicht mehr überlegen, was sie mit dem Gewinn von 100.000 Euro machen würden. So gab Super-Mario schon vorab die ehrlichste Antwort aller Antworten, die da lautete: "Weiß ich doch nicht!"

Quelle: n-tv.de


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