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Der Dynamiker unter den Dienstwagen Taugt der BMW 5er als Gebrauchter?

Der BMW 5er ist der Sportler unter den Businessmodellen.

Der BMW 5er ist der Sportler unter den Businessmodellen.

Der BMW 5er war schon immer solide, aber von der Anmutung nicht wirklich Premium. Mit der Neuauflage im Jahr 2010 wurde das anders. Die intern als F10 und F11 bezeichneten Modelle erfüllen jetzt den selbstgesetzten Anspruch. Aber lohnt sich der Kauf heute noch?

Er ist der Sportler unter den Businessmodellen: Der BMW 5er (F10/F11, 2010 bis heute) vereint Dynamik und Reisekomfort, bietet als Kombi auch Platz für die Familie. Entsprechend beliebt ist er als Gebrauchter.

Als Hybrid bringt es der 5er BMW auf 340 PS.

Als Hybrid bringt es der 5er BMW auf 340 PS.

BMW-Modelle sind immer etwas enger geschnitten als die direkten Wettbewerber von Audi und Mercedes. Ab dem 4,91 Meter langen Fünfer fällt das allerdings selbst im Fond nicht mehr ins Gewicht. In der Kombiversion Touring kommt der 5er mit maximal 1670 Liter an das E-Klasse T-Modell zwar nicht ran, für den Familienurlaub und den Großeinkauf reicht das Ladevolumen aber allemal.

Als Mittelweg zwischen maximalem Gepäckraum und eleganter Linienführung bietet BMW bereits seit 2009 das Fließheckmodell 5er GT an. Beim Design orientieren sich die Businessklasse-Modelle am größeren 7er, wobei der Oberklassewagen auch innen Pate stand. Entsprechend edel und hochwertig geht es dort zu. Vor allem zum Vorgänger ist der Unterschied groß. Auch ansonsten ist das Komfortniveau in jeder Hinsicht hoch, angefangen bei den Sitzen und dem niedrigen Geräuschniveau bis hin zum gelungenen Fahrwerk.

Die Zeit der Sechszylinder ist bei BMW vorbei

Die große Zeit der Sechszylinder ist vorbei – der BMW 5er war einer der Vorreiter dieser Entwicklung im Premiumsegment. Spätestens, als man im Herbst 2011 den Reihensechser im 528i durch einen profan wirkenden Vierzylinderturbo ersetzte. Der 2,0-Liter-Motor lässt mit 272 PS aber zumindest leistungsmäßig nichts anbrennen. Der Einstiegsbenziner im 520i ist ein weiterer Vierzylinder mit 184 PS, den formidablen BMW-Sechszylinder gibt es noch im 530i mit den schon erwähnten 272 PS und im 535i mit satten 306 PS.

Der BMW5er Touring bietet zwar nicht soviel Platz wie ein Mercedes E-Klasse T-Modell, aber für den Alltagsgebrauch reicht es locker.

Der BMW5er Touring bietet zwar nicht soviel Platz wie ein Mercedes E-Klasse T-Modell, aber für den Alltagsgebrauch reicht es locker.

Gut anderthalb Jahre – von Januar 2010 bis September 2011 - wurde auch der 528i mit sechs Zylindern und einer Leistung von 258 PS ausgeliefert. Oberhalb des Sechsers gibt es im 550i und im M5 noch einen Achtzylinder mit bis zu 575 PS. In der Regel dürfte die Wahl beim 5er aber auf einen Diesel fallen. Den besten Kompromiss zwischen Leistung und Kosten bietet der 525d, der bis September 2011 mit sechs Zylindern und 204 PS zu haben war, später aus vier Zylindern gar 218 PS schöpfte. Allgemein reicht das Leistungsband von 143 PS im 518d bis 381 PS im M550d.

Komplettiert wird das Antriebsportfolio von einem Benzin-Elektro-Hybrid mit 340 PS – übrigens mit Sechszylinder-Verbrennungsmotor. Die meisten Motorvarianten beider Bauarten nutzen den BMW-Standardantrieb über die Hinterräder, bei einigen der stärkeren Motoren ist Allrad fakultativ oder obligatorisch. Gleiches gilt für die empfehlenswerte Achtgangautomatik. Die kleineren Modelle sind mit Sechsgang-Schaltgetrieben ausgerüstet. Einzig der M5 verfügt über ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe.

Das Inneleben des BMW 5er nahm mit dem F10 deutliche Anleihen beim höher positionierten 7er.

Das Inneleben des BMW 5er nahm mit dem F10 deutliche Anleihen beim höher positionierten 7er.

Beim TÜV unauffällig

Als Gebrauchtwagenkäufer kann man bei BMW-Modellen einigermaßen entspannt sein, was die Ausstattung angeht. In der Basis ist der 5er ausreichend gefüttert, fast alles was darüber hinausgeht, kostet beim Neuwagen mindestens einen mittleren dreistelligen Betrag. Selbst für getrennt umlegbare Rücksitze wurden bei Marktstart 500 Euro fällig. Großzügige Vorbesitzer könnten zudem interessante Extras wie Xenonlicht, Head-up-Display, Nachtsichtassistent oder Verkehrszeichenerkennung geordert haben. Generell bietet der 5er fast alles, was der zwei Jahre ältere 7er auch hat.

War das Vorgängermodell (E60) vor allem in Anbetracht des selbst formulierten Premium-Anspruchs der Bayern eher mittelmäßig, stimmt die Qualität beim F10 wieder. Das schlägt sich auch bei der Hauptuntersuchung nieder, die laut TÜV Report sehr ordentlich ausfällt. Auch die schwächelnde Bremse hat man in München in den Griff bekommen. Weniger gut schneiden allerdings die Lager und Buchsen an den Achsen ob des immer noch hohen Gewichts ab. Allerdings muss man hier die außerordentlich hohe Laufleistung des häufig als Reise- und Firmenwagen genutzten 5ers berücksichtigen. Frühe Modelle litten zudem an einem Strom saugenden Steuergerät in der elektrischen Handbremse. Der Fehler ließ sich per Software-Update beheben.

Fazit: Der 5er bietet neben starken Primär-Tugenden auch ein hohes Qualitätsniveau. Das allerdings hat seinen Preis. Ist ein Neuwagen extrem teuer, sind gebrauchte Modelle immer noch sehr kostspielig. Mindestens 17.000 Euro sollte man schon investieren, um auch längerfristig Freude an seinem gebrauchten 5er zu haben.

Quelle: n-tv.de , hpr/sp-x

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