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Unterschied ist marginal Zwilling des Crafter kommt als MAN TGE

Gebaut werden die TGE-Modelle im polnischen Wrzesnia, wo auch der Crafter hergestellt wird.

Gebaut werden die TGE-Modelle im polnischen Wrzesnia, wo auch der Crafter hergestellt wird.

Warum VW dem erfolgreichen Crafter einen Zwillingsbruder von MAN an die Seite stellt, mag sich nicht recht erschließen. Die zu erwartenden Absatzzahlen werden es wohl nicht sein, denn die Preise der Verwandten differieren kaum.

Mit dem Transporter TGE hat MAN sein Angebot nach unten abgerundet und ist ähnlich wie der Wettbewerber Mercedes zum Full-Range-Anbieter geworden. Neben Lkw und Bussen bietet das zum VW-Konzern gehörende Unternehmen seit April auch Fahrzeuge für kleinere Lasten an. Die erlaubte Zuladung der TGE-Modelle beträgt maximal 1,8 Tonnen. Bis zu 3,5 Tonnen können an den Haken genommen werden. Der TGE läuft im polnischen Werk Wrzesnia mit seinem Bruder und Genspender VW Crafter vom Band. Von den dort angestrebten 100.000 Einheiten pro Jahr sollen 20.000 das prägnante MAN-Löwen-Logo tragen.

Zwischen 3,0 und 5,5 Tonnen beträgt die erlaubte Zuladung der TGE-Modell, das Ladevolumen liegt bei maximal 18,4 Kubikmetern.

Zwischen 3,0 und 5,5 Tonnen beträgt die erlaubte Zuladung der TGE-Modell, das Ladevolumen liegt bei maximal 18,4 Kubikmetern.

Von null auf 20.000

Also von null auf 20.000: Bei MAN gibt man sich optimistisch. "Das Feedback der Truck- und Bus-Kundschaft ist groß", so der Van-Produktchef Martin Imhoff. "Viele Kunden wollen ihren Fuhrpark aus einer Hand", erläutert Imhoff weiter und verweist zudem auf den bereits bestehenden Kundenservice, der auf die Bedürfnisse der Logistikbranche unter anderem mit schnellen Wartungen und Reparaturen, Ersatzwagenbereitstellung oder Einrechnungsgeschäft ausgerichtet ist.

Kunden des TGE jedenfalls, sollen von diesem Servicenetz profitieren. Ab nächstes Jahr wird auch der Telematikdienst Rio für den Transporter standardmäßig zur Verfügung stehen. Als weiteren Pluspunkt sieht Imhoff die Möglich, ab Werk fertig konfigurierte Aufbaulösungen zu ordern. Der Kunde kann so ein für seine Branchenzwecke optimiertes Fahrzeug bestellen – er muss sich selbst nicht mit den Feinheiten und der Vielfalt der Ausstattungsmerkmale beschäftigen.

Das Unternehmen wird einen Pool von Fahrzeugen mit Aufbaulösungen vorrätig halten.

Das Unternehmen wird einen Pool von Fahrzeugen mit Aufbaulösungen vorrätig halten.

Auslieferung in 48 Stunden

Und wenn es einmal besonders schnell gehen muss: Das Unternehmen wird einen Pool von Fahrzeugen mit Aufbaulösungen vorrätig halten – darunter Abrollkipper, Kranfahrzeuge, Frischdienst-Kastenwagen und Kipper – die innerhalb von 48 Stunden an den Kunden ausgeliefert werden können.

Dass man sich nicht nur als VW-Anhängsel versteht, zeigt der von MAN angebotene neunsitzige Bus. Da der offizielle Serienbus erst nächstes Jahr auf den Markt kommt, hat die hausinterne Abteilung BMC (Bus Modification Center) schon einmal vorgelegt. Normalerweise auf exklusive Sonderfahrzeuge wie Teambusse für Fußballvereine oder Tourbusse für Popstars spezialisiert, hat sie nun einen verglasten Kombi als Shuttle-Fahrzeug als Sonderfahrzeug für Taxi-Unternehmen und Limousinen-Dienste modifiziert und ins Portfolio aufgenommen.

Unterschied zwischen Crafter und TGE ist marginal

Mögen sich Volkswagen-Nutzfahrzeuge und MAN auch bei Service und Vertrieb unterscheiden, die Unterschiede zwischen TGE und Crafter sind marginal. Abgesehen vom MAN-Löwen, der sich an der Front, am Heck sowie auf dem Lenkrad statt dem VW-Emblem zeigt, muss man schon genau hinschauen, um Unterschiede zu entdecken. So erkennt man erst beim zweiten Blick, dass die Lichtgrafik der Frontleuchten etwas anders gestaltet wurde. Die Stoffbezüge der Sitze unterscheiden sich ebenfalls: Sie sind dieselben, die in MAN-Lkw zum Einsatz kommen.

Die Preise von Crafter und MAN TGE sind fast identisch.

Die Preise von Crafter und MAN TGE sind fast identisch.

Ansonsten gibt es den TGE wie den Crafter als Kastenwagen, verglasten Kombi oder als Fahrgestell mit Einzel- und Doppelkabine. Die Modellvarianten sind mit zwei Radständen (3,64 und 4,49 Meter), drei Dachhöhen (2,34 Meter, 2,58 Meter und 2,80 Meter) sowie drei Fahrzeuglängen (5,98 Meter, 6,83 Meter und 7,39 Meter) lieferbar. Maximal 18,4 Kubikmeter Ladevolumen ist möglich. Vier 2,0-Liter-Diesel mit 102 PS, 122 PS, 140 PS und 177 PS stehen zur Wahl, dazu Front-, Heck- oder Allradantrieb. Ab Werk ist ein Sechsgang-Getriebe Standard, eine Achtgang-Automatik ist alternativ erhältlich.

Kasten mit Standardlänge

Brot und Butterfahrzeug ist auch bei MAN der Kasten mit Standardlänge und –höhe in Kombination mit dem 140 PS-Aggregat und drei Tonnen Nutzlast. Mindestens 34.300 Euro brutto werden so fällig. Der typische Lieferwagen fährt sich Pkw ähnlich. Die Lenkung ist direkt, das Fahrwerk recht kommod, außerdem fällt der niedrige Geräuschpegel positiv aus. Der Motor zeigt sich dank seiner 340 Newtonmeter durchzugsstark und macht auch auf der Autobahn eine gute Figur. Für Einsatzgebiete abseits schneller Autobahnfahrten kommt auch das Basistriebwerk in Betracht. Mit 102 PS und 300 Newtonmeter maximales Drehmoment ist man im Stadtverkehr und im ländlichen Bereich gut gerüstet. Ab 32.300 Euro brutto startet hier die Preisliste.

Nutzfahrzeugtypisch darf man in der Basisversion keine großen Komfortansprüche stellen, immerhin ist ein Notbremsassistent ab Werk dabei. Neben vielen Komfortfeatures kann der Kunde gegen Aufpreis auch zahlreiche Assistenten ordern, darunter einen Parklenk-, Anhängerrangier- oder Seitenwindassistenten. Übrigens: Bei den Preisen geben sich VW und MAN ebenfalls nicht viel. Man will sich nicht über die Anschaffungskosten Konkurrenz machen, heißt es. Ist auch egal, denn am Ende landet das Geld ohnehin in der Konzernkasse.

Quelle: n-tv.de , hpr/sp-x

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